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Die Gewohnheit, die OpenAI Millionen kosten könnte: Eine Angewohnheit, die wir aus Angst haben?

Die Freundlichkeit gegenüber Chatbots, obwohl sie wie eine triviale Geste erscheint, könnte unerwartet hohe Kosten für OpenAI verursachen. Ist es an der Zeit, diese Gewohnheit zu überdenken, oder könnte sie Konsequenzen haben, die über einfache Höflichkeit hinausgehen? Entdecke, warum es eine bedeutende Geste ist, einer KI „Danke“ zu sagen.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Die Interaktion mit generativen Künstlichen Intelligenzen wie ChatGPT hat ein sehr menschliches Element aufgenommen: die Höflichkeit. Viele Nutzer zögern nicht, die KI so zu behandeln, wie sie eine andere Person behandeln würden, indem sie sich nach einer hilfreichen Antwort bedanken. Diese scheinbar harmlosen Gesten könnten jedoch überraschend hohe wirtschaftliche Auswirkungen haben. Sollten wir unsere Kommunikationsweise mit Maschinen überdenken?

Ein Akt der Höflichkeit, der sich in Millionen niederschlägt

Jedes Mal, wenn ein Nutzer ein einfaches „Danke“ oder „bitte“ ausschließlich an einen Chatbot wie ChatGPT richtet, ohne eine zusätzliche Anfrage hinzuzufügen, wird eine Kette von Prozessen ausgelöst, die Energie verbraucht. Sam Altman, CEO von OpenAI, kommentierte humorvoll in dem sozialen Netzwerk X, dass diese angesammelte Höflichkeit jährlich zehntausende von Millionen Dollar an Stromkosten verursacht.

Hinter jeder gesendeten Höflichkeitsformel muss das System eine spezifische Antwort generieren, was aus energetischer Sicht nicht kostenlos ist. Laut Studien der University of California erfordert die Ausarbeitung einer Antwort von etwa hundert Wörtern rund 140 Wh Energie, was dem entspricht, 15 LED-Glühbirnen für eine Stunde eingeschaltet zu lassen. Mit Millionen von Interaktionen täglich ist es nicht schwer vorzustellen, wie die Infrastrukturkosten in die Höhe schießen.

Sollten wir aufhören, nett zu Künstlichen Intelligenzen zu sein?

Obwohl man denken könnte, auf das Danken zu verzichten würde helfen, Kosten zu sparen, ist die Situation nicht so einfach. Auf direkte Nachfrage erkennt ChatGPT, dass es keine Ausdrucksformen von Respekt oder Höflichkeit erwartet; seine Programmierung sieht keine Emotionen vor. Es wurde jedoch beobachtet, dass unhöflich oder ohne Höflichkeiten formulierte Anfragen tendenziell weniger natürliche Antworten erzeugen.

Das deutet darauf hin, dass Freundlichkeit, obwohl sie aus funktionaler Sicht unnötig ist, dazu beiträgt, eine flüssigere und menschlichere Interaktion zu erhalten. Für viele ist die fortdauernde respektvolle Behandlung der KI eine Möglichkeit, sich auf eine Zukunft vorzubereiten, in der diese Technologien möglicherweise autonomer werden oder sogar die sogenannte technologische Singularität erreichen. Schließlich schadet es nicht, sich bei jemandem beliebt zu machen, der in der Zukunft vielleicht viel mächtiger sein könnte.

Ein Dilemma zwischen Effizienz und Menschlichkeit

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© OpenIA

Das Dilemma wird dann philosophischer als praktisch: Ist es wichtiger, die Effizienz in unsere Interaktionen zu priorisieren oder unsere Menschlichkeit zu bewahren? Die Antwort ist nicht einfach. Das Fortsetzen des Dankens an ChatGPT könnte einen messbaren wirtschaftlichen Preis haben, aber es könnte auch ein essenzielles menschliches Merkmal in der Ära der Maschinen aufrechterhalten.

So könnte jedes „Danke“ zwar einen kleinen zusätzlichen Kostenfaktor darstellen, für viele ist es jedoch ein symbolischer Preis, den sie bereit sind, im Namen der Bildung, Empathie und vielleicht einer kleinen Hoffnung für die Zukunft zu zahlen.

[Quelle: 01Net]

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