Zum Inhalt springen
Wissenschaft

Die Gewohnheit, die bei Frauen Alzheimer um über ein Jahrzehnt verzögern und das Risiko um bis zu 90 % senken kann – laut einem renommierten Chirurgen

Es ist keine Wundermedizin und keine revolutionäre Therapie. Es ist eine alltägliche Gewohnheit, einfach und für alle zugänglich. Dr. Steven Gundry zeigt, wie körperliche Aktivität ab dem 40. Lebensjahr einen radikalen Unterschied für die Gehirngesundheit von Frauen machen kann – und das Alzheimer-Risiko drastisch senkt.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

In einer Welt, in der medizinische Fortschritte uns immer wieder überraschen, bleibt eines unersetzlich: regelmäßige Bewegung. Laut einer neuen Studie, unterstützt vom renommierten Herzchirurgen Dr. Steven Gundry, kann körperliche Aktivität eines der wirksamsten Mittel zur Vorbeugung neurodegenerativer Erkrankungen sein. Für Frauen ab 40 Jahren könnte der Effekt so stark sein, dass das Alzheimer-Risiko um bis zu 90 % gesenkt wird.

Was Dr. Gundry enthüllte: Bewegung als Präventionsmedizin

2
© Unsplash – Mosoianu Bogdan

Dr. Steven Gundry, bekannt für seinen ganzheitlichen Gesundheitsansatz, vergleicht tägliche Bewegung mit einer „magischen Pille“ gegen chronische Krankheiten des Alterns. „Wenn es ein Medikament gäbe, das das Alzheimer-Risiko um 90 % senkt, wäre es in jeder Apotheke ausverkauft“, sagt er. Doch dieses „Medikament“ existiert – und kostet nichts außer ein wenig Beständigkeit: sich zu bewegen, spazieren zu gehen, den Boden zu wischen, im Garten zu arbeiten oder mit dem Hund Gassi zu gehen.

Gundry betont, dass es nicht notwendig ist, ein Fitnessstudio zu abonnieren oder strenge Trainingspläne zu verfolgen. Alltägliche Tätigkeiten wie das Schrubben des Bodens können genauso effektiv sein wie ein Workout – wenn sie regelmäßig ausgeführt werden. Als Beispiel nennt er seine eigene Mutter, die bis ins Alter von 90 Jahren täglich den Boden putzte.

Die Studie, die die Theorie untermauert: Bewegung verzögert Demenz um bis zu 11 Jahre

3
© nsplash – Olivia Bauso

Eine Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Neurology unter dem Titel „Midlife cardiovascular fitness and dementia“, untermauert diese Behauptung mit wissenschaftlichen Daten. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen der kardiovaskulären Fitness und dem Demenzrisiko bei 191 Frauen im Durchschnittsalter von 50 Jahren.

Während eines Belastungstests auf dem Fahrrad wurde die körperliche Fitness jeder Teilnehmerin gemessen und sie wurden in drei Gruppen eingeteilt: hohe, mittlere und geringe Fitness. Nach über 40 Jahren Nachbeobachtung waren die Ergebnisse eindeutig:

  • Nur 5 % der Frauen mit hoher Fitness entwickelten Demenz.

  • In der Gruppe mit mittlerer Fitness waren es 25 %.

  • In der Gruppe mit geringer Fitness erkrankten 32 %.

Frauen mit guter körperlicher Fitness hatten nicht nur ein um 88 % geringeres Demenzrisiko, sondern wenn die Krankheit doch auftrat, dann im Durchschnitt 11 Jahre später als in den anderen Gruppen.

Warum schützt Bewegung das Gehirn?

Regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Durchblutung, senkt Entzündungen, verbessert die Stimmung und reguliert Stresshormone wie Cortisol – alles Faktoren, die direkt die Gesundheit des Gehirns beeinflussen. Zudem ist belegt, dass Bewegung die Neurogenese (die Bildung neuer Nervenzellen) anregt und die neuronale Konnektivität stärkt.

Helena Hörder, Autorin der Studie und Professorin an der Universität Göteborg, betont: „Die körperliche Fitness im mittleren Alter zu verbessern, könnte eine wirkungsvolle Strategie zur Prävention oder Verzögerung von Demenz sein.“

Der Schlüssel: Beständigkeit und Bewegung, nicht Perfektion

Die Botschaft ist klar: Es ist nicht nötig, Marathons zu laufen oder täglich Gewichte zu stemmen. Wichtig ist, den Bewegungsmangel zu vermeiden. Treppensteigen, zu Fuß zur Arbeit gehen, Hausarbeit erledigen oder Freizeitsport treiben – all das ist wirksam, wenn es regelmäßig geschieht.

Und wenn du bisher noch nicht daran gedacht hast, mehr Bewegung in deinen Alltag zu integrieren, erinnere dich an die Worte von Dr. Gundry: „Sich jeden Tag zu bewegen ist keine Frage von Ästhetik oder Fitness. Es ist buchstäblich eine Möglichkeit, deinen Geist zu bewahren.“

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel