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Die Frau, die das digitale Zeitalter herausfordert: Wie lebt man ohne Smartphone?

In einer Welt, in der Smartphones als unverzichtbar gelten, hat eine 33-jährige Französin beschlossen, sich diesem Trend zu entziehen. Ohne die Technologie grundsätzlich abzulehnen, geht es ihr darum, zwischenmenschliche Beziehungen zu bewahren und auf die sozialen Ungleichheiten aufmerksam zu machen, die die Digitalisierung mit sich bringen kann. Doch wie gestaltet sich das Leben ohne Smartphone in einer hypervernetzten Gesellschaft?
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Leben ohne Smartphone in einer Welt der ständigen Verbindung

Heutzutage scheint es unvorstellbar, dass jemand ohne ein Mobiltelefon lebt.

Doch Éléna, eine Kulturvermittlerin aus Orléans, beweist, dass es möglich ist. Sie hat noch nie ein Smartphone besessen und nutzt lediglich ein einfaches Notfallhandy, auf das sie aber nur selten zurückgreift.

Mit ihrer Haltung gehört sie zu den 13 % der französischen Bevölkerung, die sich gegen eine vollständige Digitalisierung ihres Alltags entscheiden.

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© John-Mark Smith

Obwohl ihr Lebensstil mit Herausforderungen verbunden ist, betrachtet sie ihn nicht als Kampf gegen die Technologie.

„Die Gesellschaft wird jedes Jahr weniger an Menschen wie mich angepasst“, sagt sie – wohlwissend, dass ihre Entscheidung sie von vielen modernen Annehmlichkeiten ausschließt.

Alltägliche Herausforderungen ohne Smartphone

Ohne ein Mobiltelefon muss Éléna ihr Leben weitaus organisierter planen.

  • Öffentlicher Nahverkehr: Möchte sie mit ihrem Fahrrad öffentliche Verkehrsmittel nutzen, benötigt sie ein Sonderticket, das ausschließlich online erhältlich ist.
  • Internetnutzung: Da sie keinen einfachen Zugang zum Internet hat, ist sie auf alternative Lösungen angewiesen – beispielsweise durch direkte Anfragen bei anderen oder klassische Hilfsmittel.
  • Spontane Unternehmungen:Spontane Ausflüge gehören der Vergangenheit an“, gibt sie zu.
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© Nataliya Vaitkevich

Auch in ihrem sozialen Umfeld stößt sie auf Schwierigkeiten:

  • Keine Fotos oder Sprachnachrichten – Immer wenn sie neue Leute kennenlernt, muss sie erklären, dass sie keine Bilder, Sprachnachrichten oder Emojis empfangen kann.
  • Kein WhatsApp oder Instagram – Sie verzichtet bewusst auf diese Plattformen und nutzt lediglich LinkedIn aus beruflichen Gründen.

Trotz dieser Einschränkungen glaubt sie nicht, dass ihr soziales Leben darunter leidet: „Ich bin immer über das Wesentliche informiert.“

Statt stundenlang am Handy zu hängen, widmet sie ihre Zeit Büchern, Musik und der gemeinsamen Zeit mit ihren Mitbewohnern.

Eine persönliche Entscheidung mit gesellschaftlicher Bedeutung

Für Éléna geht es bei ihrer Entscheidung nicht nur um ihren persönlichen Lebensstil – sie sieht darin auch eine kritische Haltung gegenüber der zunehmenden Digitalisierung.

Besonders beunruhigt sie die schwindende persönliche Interaktion im Alltag, beispielsweise in lokalen Geschäften oder im Kundenservice.

„Je vernetzter wir sind, desto weniger echten menschlichen Kontakt haben wir. Ich fürchte, dass dies die sozialen Ungleichheiten noch weiter verstärken wird.“

Ihr Verzicht auf ein Smartphone ist kein Zeichen von Fortschrittsfeindlichkeit, sondern vielmehr der Versuch, die Kontrolle über ihre zwischenmenschlichen Beziehungen zu behalten und zu verhindern, dass Technologie ihren Tagesablauf bestimmt.

Angesichts der heutigen Abhängigkeit von digitalen Geräten fragt sie sich, wie schwer diese Entscheidung in zehn Jahren sein wird, wenn die digitale Abhängigkeit noch größer ist:

„Ein Smartphone zu haben, ist mittlerweile zur Norm geworden.“

Ein alternativer Lebensweg in einer vernetzten Welt

In einer Gesellschaft, in der digitale Kommunikation fast unausweichlich scheint, beweist Éléna, dass ein Leben ohne Smartphone möglich ist – auch wenn es bedeutet, Hürden zu überwinden und gesellschaftliche Erwartungen herauszufordern.

[Quelle: Infobae]

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