Zum Inhalt springen
Wissenschaft

Die alltägliche Gewohnheit, die dein Erinnerungsvermögen sabotiert

Eine aktuelle Studie zeigt einen unerwarteten Zusammenhang zwischen bestimmten Essgewohnheiten und Problemen beim Erinnern an Wegbeschreibungen, Routen oder Orte. Der Befund überrascht nicht nur durch seine Genauigkeit, sondern auch durch die betroffene Bevölkerungsgruppe. Könnte deine Ernährung dein Gedächtnis sabotieren, ohne dass du es merkst?
Von

Lesezeit 2 Minuten

Obwohl wir oft glauben, dass das Gedächtnis nur im Alter nachlässt, deutet eine neue Untersuchung darauf hin, dass unsere alltäglichen Ernährungsentscheidungen unsere Merkfähigkeit beeinträchtigen könnten – selbst in jungen Jahren. Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Fett und Zucker schadet nicht nur dem Körper: Sie könnte auch deine räumliche Orientierung und die Fähigkeit, Erinnerungen zu bilden, beeinträchtigen.

Ein schleichender Verfall, der früh beginnt

Die alltägliche Gewohnheit, die dein Erinnerungsvermögen sabotiert
© MART PRODUCTION – Pexels

Ein Forschungsteam der Universität Sydney hat ein beunruhigendes Muster festgestellt: Junge Erwachsene, die regelmäßig fettreiche und zuckerhaltige Lebensmittel konsumieren, schneiden bei Tests des räumlichen Gedächtnisses deutlich schlechter ab. Diese Form des Gedächtnisses ist entscheidend für alltägliche Aufgaben wie das Erinnern daran, wo man die Schlüssel hingelegt hat oder wie man von einem unbekannten Ort nach Hause findet.

Die Studie wurde von Dr. Dominic Tran von der Fakultät für Psychologie geleitet. Er erklärte, dass diese Gedächtnisprobleme nicht auf eine allgemeine Beeinträchtigung des Gehirns zurückzuführen seien, sondern speziell auf eine Veränderung im Hippocampus – jener Region, die für die Bildung von Erinnerungen und die räumliche Orientierung zuständig ist.

Das Experiment, das es bewies

Um ihre Hypothese zu überprüfen, rekrutierten die Forscher 55 Universitätsstudierende im Alter zwischen 18 und 38 Jahren. Jede Person nahm an einer Virtual-Reality-Aufgabe teil, bei der es darum ging, innerhalb eines Labyrinths eine Schatztruhe zu finden, wobei sie sich an Orientierungspunkten orientierten. Nach mehreren Durchgängen wurde die Truhe entfernt und die Teilnehmer mussten sich allein auf ihr Gedächtnis verlassen, um den Standort zu bestimmen.

Parallel dazu füllten die Teilnehmenden Fragebögen zu ihrem Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln aus. Außerdem wurden ihr Body-Mass-Index (BMI) und ihr Arbeitsgedächtnis bewertet. Das Ergebnis war eindeutig: Diejenigen mit einer ernährungsbedingten hohen Fett- und Zuckeraufnahme erzielten schlechtere Ergebnisse beim Erinnern an den Standort der Truhe.

Die alltägliche Gewohnheit, die dein Erinnerungsvermögen sabotiert
© Craig Adderley – Pexels

Laut Dr. Tran war die Art der Ernährung selbst dann ein verlässlicher Prädiktor für schwache Leistungen, wenn der Einfluss des BMI und anderer Faktoren herausgerechnet wurde.

Eine Warnung… mit Hoffnung

Trotz der Besorgnis, die die Studie auslöst, gibt es einen ermutigenden Aspekt: Die Auswirkungen auf das Gedächtnis könnten reversibel sein. Das Forschungsteam schlägt vor, dass eine ausgewogenere Ernährung die Gesundheit des Hippocampus verbessern und die beeinträchtigten kognitiven Fähigkeiten wiederherstellen kann.

Nach den Worten von Dr. Tran ist diese Studie ein Warnsignal: Selbst in der Jugend, wenn das Gehirn eigentlich auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit sein sollte, kann das, was wir essen, unsichtbare, aber sehr reale Folgen haben.

Quelle: Meteored.

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel