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Wissenschaft

Der unsichtbare Feind aus der Sonne: Wie ein Sonnenphänomen Elon Musks Satelliten zerstört

Ein unerwartetes Sonnenphänomen beschleunigt den Absturz von Starlink-Satelliten, beeinträchtigt deren Funktion und stellt Elon Musks globales Megaprojekt auf die Probe. Extreme Sonnenaktivität verändert die Atmosphäre – und zwingt SpaceX, sich einem Problem zu stellen, das über reine Ingenieurskunst hinausgeht.
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Ein globales Versprechen gerät ins Wanken

Die Vision, weltweit Internet über Tausende von Starlink-Satelliten bereitzustellen, schien unaufhaltsam. Doch nun bedroht ein unsichtbares, aber mächtiges Sonnenphänomen die Zukunft des Projekts aus dem All heraus. Neue Studien zeigen: Das Weltraumwetter könnte sich als größte Hürde für Elon Musk erweisen – es gefährdet die Stabilität seines Satellitennetzwerks und markiert den Beginn einer neuen Ära orbitaler Herausforderungen.

Die Sonne aktiviert eine neue Gefahr für Starlink

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© Pixabay – PIRO4D.

Die Starlink-Konstellation, bestehend aus über 7.000 von SpaceX gestarteten Satelliten, sieht sich derzeit einer stillen Bedrohung durch die Sonne ausgesetzt. Ein Forschungsteam unter Leitung von Denny Oliveira vom Goddard Space Flight Center der NASA hat herausgefunden, dass die jüngste extreme Sonnenaktivität geomagnetische Stürme ausgelöst hat, die die Erdatmosphäre ausdehnen.

Diese Ausdehnung erhöht die atmosphärische Dichte in niedrigen Erdorbits – genau dort, wo viele Starlink-Satelliten operieren. Dadurch steigt der Luftwiderstand, was zu einem schnelleren Wiedereintritt führt. Manche Satelliten, die normalerweise über zwei Wochen im Orbit verblieben wären, stürzen jetzt bereits nach fünf Tagen ab. Zwischen 2020 und 2024 wurden mindestens 523 Starlink-Wiedereintritte registriert – Tendenz steigend.

Unmittelbare Folgen und zukünftige Dilemmata

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© Pixabay – mattiaverga.

Auch wenn der beschleunigte Absturz vieler Satelliten bedrohlich wirkt, sehen einige Expert:innen – wie Sean Elvidge von der Universität Birmingham – darin auch einen positiven Aspekt: Das Phänomen trägt zur schnelleren Beseitigung inaktiver Weltraumobjekte bei. Gleichzeitig stellt es jedoch neue Grenzen auf. Umlaufbahnen unterhalb von 400 Kilometern könnten bei anhaltender Sonnenaktivität unbrauchbar werden – mit Folgen für zukünftige Missionen.

Doch das Problem betrifft nicht nur die Funktionalität. Beim Zerfall der Satelliten entstehen Partikel wie Aluminiumoxid, deren Einfluss auf die Umwelt noch weitgehend unbekannt ist. Einige Wissenschaftler:innen befürchten, dass diese Rückstände das Erdklima beeinflussen könnten. Und obwohl die meisten Satelliten beim Eintritt vollständig verglühen, wurde 2024 der Absturz eines 2,5 Kilogramm schweren Fragments auf einer kanadischen Farm gemeldet – ein Vorfall, der die Debatte um die Sicherheit neu entfacht.

Starlink vor einer unkontrollierbaren Herausforderung

Starlink, das langfristig bis zu 30.000 Satelliten im Orbit betreiben will, steht nun vor einer Herausforderung, die weder durch Technologie noch durch Raketen allein zu bewältigen ist: das unvorhersehbare Verhalten des Weltraumwetters.

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