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Der unerwartete Protagonist, der die Zukunft der Künstlichen Intelligenz in deinem Unternehmen anführen sollte

Die Revolution der Künstlichen Intelligenz ist in vollem Gange – doch wer sollte sie eigentlich anführen? Eine Führungskraft bei IBM ist überzeugt: Der Schlüssel liegt nicht in der Technologie, sondern in etwas viel Menschlicherem. Eine strategische Sichtweise könnte alles in Unternehmen verändern.
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Lesezeit 2 Minuten

HR statt IT: Wer die KI-Revolution wirklich leiten sollte

Obwohl Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz meist mit technischen Abteilungen in Verbindung gebracht werden, schlägt eine einflussreiche Stimme bei IBM eine Richtungsänderung vor. Eine effektive Umsetzung dieser Technologie erfordert mehr als nur technisches Know-how – sie verlangt Verständnis für Menschen, Prozesse und Unternehmenskultur. Und genau hier könnte das Personalwesen der Schlüssel zur Zukunft sein.

Ein neuer Führungsansatz im Zeitalter der KI

Nickel LaMoreaux, Senior Vice President und Chief Human Resources Officer bei IBM, ist der Meinung, dass ihre Abteilung die Führungsrolle bei der Einführung von KI in Unternehmen übernehmen sollte. Für sie handelt es sich nicht um ein technisches, sondern um ein strategisches und zutiefst kulturelles Thema.

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© cDuBBy – Pixabay

In einem Gespräch mit Teuila Hanson, Chief People Officer von LinkedIn, beim Forum „Conversations with CHROs“ diskutierten sie, wie KI die Arbeitswelt neu definiert. LaMoreaux argumentierte, dass Technikabteilungen zwar auf sofortige Funktionalität fokussiert sind, das Personalwesen hingegen verstehe, wie sich berufliche Laufbahnen entwickeln, wie Teams funktionieren und welchen realen Einfluss technologische Veränderungen auf Menschen haben.

Wie IBM seine internen Prozesse neu erfand

Ein besonders aufschlussreicher Fall ist die Erfahrung von IBM selbst. Bei der Integration von KI in das Talentmanagement analysierte das Unternehmen zunächst die vorhandenen Kompetenzen der Mitarbeitenden, identifizierte veraltete Fähigkeiten und erkannte aufkommende Anforderungen.

Dabei traten unerwartete Ergebnisse zutage: Hochleistende Mitarbeitende wurden bei Beförderungen übergangen, weil ihnen zentrale Kompetenzen für die neue Ausrichtung des Unternehmens fehlten. Diese Erkenntnis sorgte vor allem im mittleren Management für Spannungen, machte aber auch deutlich, wie schnell sich Anforderungsprofile ändern.

IBMs Antwort darauf war ein Umdenken. Das Unternehmen konzentrierte sich nicht mehr ausschließlich auf technische Fähigkeiten, sondern bewertete zunehmend Verhaltensmerkmale: Neugier, Eigeninitiative, Fehlertoleranz und Resilienz wurden zu neuen Schlüsselindikatoren für Leistung.

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© BrianPenny – Pexels

Transformation mit Intelligenz – nicht nur Automatisierung

LaMoreaux sieht in der Künstlichen Intelligenz keine Bedrohung, sondern ein Potenzial für neue berufliche Chancen. Die Herausforderung bestehe nicht darin, sich dem Wandel zu widersetzen, sondern die Teams auf neue Rollen in einer dynamischen Umgebung vorzubereiten.

Aus ihrer Sicht sollte das Personalwesen diese Transformation anführen: Es versteht die Geschwindigkeit von Veränderungsprozessen, fördert kontinuierliches Lernen und kennt die Komplexität menschlicher Beziehungen am Arbeitsplatz. Denn am Ende reicht es nicht, Technologie einzuführen – man muss sie menschlich gestalten.

Quelle: Infobae.

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