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Wissenschaft

Der trockenste Ort der Welt liegt im Eis – und birgt Geheimnisse, die die Logik herausfordern

So unglaublich es klingt: Der trockenste Ort der Erde liegt nicht in einer Sandwüste. In diesem gefrorenen Gebiet hat es seit Millionen von Jahren nicht geregnet – und doch verbirgt sich dort eine Umgebung, die so extrem und rätselhaft ist, dass sie entscheidend sein könnte, um Leben auf anderen Planeten zu verstehen.
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Wo wir Trockenheit vermuten – und wo sie tatsächlich herrscht

Wenn wir an Dürre denken, stellen wir uns glühende Hitze und endlose Sanddünen vor. Doch der trockenste Ort unseres Planeten ist mit Eis bedeckt und von gefrorenen Bergen umgeben. Dieser Ort, dessen Bedingungen so extrem sind, dass sie fast unwirklich erscheinen, stellt unser Verständnis von Leben, Klima – und dem Universum – grundlegend infrage. Was dort entdeckt wurde, ist ebenso faszinierend wie beunruhigend.

Kein Regen seit Millionen von Jahren

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© Unsplash – Levi Meir Clancy.

Die McMurdo-Trockentäler in der Antarktis erstrecken sich über ein Gebiet von fast 5.000 km², in dem seit über zwei Millionen Jahren kein Niederschlag gefallen ist. Dieses Naturphänomen, das einem Science-Fiction-Roman entsprungen sein könnte, findet in einer der kältesten und unwirtlichsten Regionen der Erde statt.

Anders als viele glauben, ist nicht die Sahara der trockenste Ort der Welt. Diese Auszeichnung gebührt dieser eisigen Wüste, in der Feuchtigkeit schlichtweg keine Chance hat. Die Landschaft, die weder Schnee noch sichtbares Eis zeigt, hat die Wissenschaft über Jahrzehnte hinweg vor Rätsel gestellt.

Hier fegen katabatische Winde – kalte, dichte Luftströme, die mit hoher Geschwindigkeit von den Bergen herabfallen – jegliche Spur von Wasser hinweg. Diese Böen können über 300 km/h erreichen und verdampfen jede Form von Feuchtigkeit sofort, wodurch sich weder Schnee noch Oberflächeneis bilden kann. Und doch haben sich unter diesen extremen Bedingungen einige Mikroorganismen angepasst – und damit neue Fragen über die Grenzen des Lebens aufgeworfen.

Ein unmöglicher See und ein Fenster ins All

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© Unsplash – Jonathon Young.

Mitten in der absoluten Trockenheit der McMurdo-Täler gibt es ein noch erstaunlicheres Phänomen: den Don-Juan-See. Mit nur 15 Zentimetern Tiefe und einem Salzgehalt von 40 % ist er das salzhaltigste Gewässer der Erde. Dank dieser extremen Salzkonzentration bleibt das Wasser selbst bei Temperaturen unter -50 °C flüssig.

Dieser ungewöhnliche See hat das Interesse von Astrobiologen und Weltraumforschern geweckt. Sein Verhalten erinnert an die subglazialen Seen, die auf dem Mars entdeckt wurden, was die McMurdo-Täler zu einem idealen Testfeld für Raumfahrttechnologien und Theorien über außerirdisches Leben macht.

Eine natürliche Mars-Simulation

Durch ihre extremen Bedingungen gelten die Täler heute als natürliche Nachbildung des Roten Planeten. Wenn Leben in einer so feindlichen Umgebung wie dieser bestehen kann – könnte es dann nicht auch in den unwahrscheinlichsten Winkeln des Universums existieren?

Die Antwort liegt vielleicht im ewigen Eis verborgen – oder wartet darauf, entdeckt zu werden.

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