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Wissenschaft

Der Trick mit dem Glas Wasser vor dem Essen: Verbirgt sich darin wirklich ein Geheimnis zum Abnehmen?

Viele schwören darauf, dass ein Glas Wasser vor dem Essen beim Abnehmen hilft – doch was sagt die Wissenschaft zu diesem beliebten Tipp? Entdecke die oft übersehenen Feinheiten und warum diese einfache Geste keine magische Lösung ist, wie manche glauben.
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Lesezeit 2 Minuten

Mit dem Einzug der warmen Jahreszeit steigt der Druck, die überschüssigen Pfunde loszuwerden. Soziale Netzwerke und Medien sind voller Schnelltipps, die beinahe wundersame Ergebnisse versprechen. Einer davon fällt durch seine scheinbare Harmlosigkeit besonders auf: ein Glas Wasser vor jeder Mahlzeit zu trinken. Haben wir es hier mit einem echten Helfer oder nur mit einem weiteren Mythos zu tun?

Was wirklich passiert, wenn man vor dem Essen Wasser trinkt

Ein Glas Wasser vor dem Essen zu trinken scheint ein einfacher Rat zu sein. Medien wie Telva oder Vogue berichten, dass Wasser ein Sättigungsgefühl erzeugen und so zu einem moderateren Essverhalten führen soll. Indem der Magen teilweise gefüllt wird, soll das Hungergefühl abnehmen. Doch wie Dr. Robert H. Shmerling von der Harvard Medical School warnt, ist der menschliche Körper viel komplexer und reagiert nicht auf solch einfache Regeln.

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© Annushka Ahuja . Pexels

Dr. Shmerling erklärte in Harvard Health Publishing, dass der Effekt zwar existiert, aber nur kurzfristig und begrenzt ist. Wasser aktiviert bestimmte Sensoren im Magen, die dem Gehirn ein leichtes Sättigungssignal senden – aber das allein reicht nicht aus, um signifikant Gewicht zu verlieren.

Zwischen Mythos und Wahrheit: Was sagt die Wissenschaft?

Einige Studien deuten darauf hin, dass bei älteren Menschen oder Personen mit kalorienreduzierter Ernährung das Trinken von Wasser vor den Mahlzeiten kurzfristig zu einem stärkeren Gewichtsverlust führen kann. Tatsächlich wurde beobachtet, dass Personen, die diesen Trick über einen Zeitraum von zwölf Wochen anwenden, etwas mehr abnehmen als diejenigen, die es nicht tun. Dennoch sind sich Fachleute einig, dass es keine belastbaren Beweise für eine langfristige Wirkung oder breite Anwendbarkeit gibt. Auch populäre Ideen, etwa dass kaltes Wasser durch Thermogenese Kalorien verbrennt, wurden wissenschaftlich widerlegt.

Der wahre Vorteil: Andere Getränke ersetzen

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© Alex P – Pexels

Was wirklich einen Unterschied macht, ist der Verzicht auf zuckerhaltige, alkoholische oder koffeinhaltige Getränke zugunsten von Wasser. Laut der Mayo Clinic senkt dieses einfache Verhalten unbemerkt die Kalorienaufnahme und unterstützt eine angemessene Flüssigkeitszufuhr – was wiederum zu einem gesünderen und aktiveren Lebensstil beiträgt. Wasser „macht“ also nicht schlank, sondern entfaltet seine Wirkung im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und gesunder Gewohnheiten.

Die Gefahr vermeintlich magischer Abkürzungen

Die Beliebtheit solcher „Tricks“ spiegelt letztlich die gesellschaftliche Besessenheit wider, ohne Anstrengung schnelle Ergebnisse erzielen zu wollen. Die Psychologin Sara Bolo, Expertin für Essstörungen, warnt davor, dass viele dieser Tipps problematisches Verhalten fördern können. Wie Dr. Shmerling zusammenfasst: Wenn dir das Glas Wasser hilft – nur zu. Aber vergiss nicht, dass es keine gesunde Ernährung oder regelmäßige Bewegung ersetzt.

Quelle: Xataka.

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