Musk hat es sich vorgestellt, aber Indien baut es (und besser)

Das Konzept des Hyperloop, das Elon Musk 2013 populär machte — eine Kapsel, die in einem luftleeren Rohr reist, um Reibung zu beseitigen — war eine Besessenheit des Magnaten. Über The Boring Company versprach er sogar, dass wir bald eine funktionale Version haben würden. Es gab Tests, eine ein Kilometer lange Strecke, einen 500 Meter langen Tunnel und Demonstrationsvideos. Doch im Jahr 2025 ist das System nach wie vor nicht öffentlich verfügbar.
In der Zwischenzeit kommt eine Überraschung aus Asien: Das Indian Institute of Technology Madras (IIT-M) hat bereits einen experimentellen Tunnel von 410 Metern in Betrieb genommen, der dasselbe Prinzip nutzt. Doch mit einem wesentlichen Unterschied: Ihre Technologie ist darauf ausgelegt, Geschwindigkeiten von über 1000 km/h zu erreichen – mehr als die 760 mph (1.223 km/h), die Musk projiziert hat.
So wird das schnellste System der Welt aussehen (wenn alles gut geht)

Die Basis des indischen Hyperloop ähnelt der des Musk-Prototyps: Schaffung einer Vakuumumgebung, die den Luftwiderstand eliminiert. In diesem Kontext können die Kapseln dank magnetischer Felder schweben und sich ohne Reibung mit extrem hohen Geschwindigkeiten bewegen.
Die Tests sind bereits auf dem Campus Thaiyur des IIT-M im Gange, und wenn die Ergebnisse positiv ausfallen, wird der nächste Schritt die Erweiterung des Tunnels auf 450 Meter sein, was ihn zum längsten seiner Art machen würde. Die Kapseln würden nicht nur für den Personentransport, sondern auch für den Transport von Gütern eingesetzt, was ein enormes kommerzielles Potenzial eröffnet.
Ein technologischer Vorstoß mit langfristigen Auswirkungen
Dieser Fortschritt bringt Indien an die Spitze des zukünftigen Transports, mit einer eigenen Infrastruktur, unabhängig von Musks Vision, aber direkt von dieser inspiriert.
Was fehlt, um es Realität werden zu lassen?

Obwohl das System bereits in der fortgeschrittenen Phase ist, stehen noch Herausforderungen an. Eine der wichtigsten besteht darin, das Verhalten der Räder und anderer sicherheitsrelevanter Elemente zu analysieren. Dennoch bestätigte der Minister für Eisenbahnen, Ashwini Vaishnaw, dass das Projekt offiziell in Zusammenarbeit mit dem IIT-M vorangetrieben wird.
Seinen Worten zufolge: „Hyperloop ist im Grunde wie ein Rohr. Es wird ein Vakuum im Rohr geben und eine Kapsel, die im Schwebemodus betrieben wird, gestützt durch magnetische Felder.“ Diese vereinfachte Zusammenfassung verbirgt Jahre der Forschung, Simulationen und technischer Tests.
Ist Indien bereit, Musks Traum zu übertreffen?
Mit diesem Fortschritt nicht nur die Vorstellung von Musk einzuholen, sondern möglicherweise zu übertreffen. Es deutet alles darauf hin, dass das asiatische Land die Ersten sein könnten, die ein funktionierendes System basierend auf der ursprünglichen Idee des Hyperloop der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Und was macht Elon Musk in der Zwischenzeit?
Obwohl er der Initiator des Konzepts war, hat Elon Musk mit seinen Unternehmen seit den ersten Tests wenig Fortschritte gemacht. Anstatt ein funktionales System zu konsolidieren, hat sich sein Fokus auf andere Projekte wie autonomes Fahren oder Künstliche Intelligenz verlagert.
Deshalb hat dieser Fortschritt Indiens eine doppelte Bedeutung: Er repräsentiert nicht nur einen technologischen Meilenstein, sondern auch eine Art Rache an dem, der die Idee hatte, sie jedoch nicht verwirklichen konnte. Währenddessen sind auch Länder wie China in das Rennen eingestiegen, mit Projekten, die bereits drohen, sowohl den spanischen AVE als auch den amerikanischen Hyperloop zu übertreffen.
Die Geschichte wird weiterhin geschrieben, aber eines ist klar: Die Zukunft des ultraschnellen Transports könnte möglicherweise keinen kalifornischen Akzent mehr haben.