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Wissenschaft

Der rätselhafte Zeitmesser des Universums: Ein viel kürzerer Countdown als erwartet

Eine neue Untersuchung stellt alles in Frage, was wir über das Ende des Universums zu wissen glaubten. Drei Wissenschaftler haben den Zeitrahmen für dessen Verschwinden drastisch verkürzt. Was haben sie entdeckt, und warum könnte alles früher geschehen als erwartet? Die Antwort könnte in einer mysteriösen Form von Strahlung liegen.
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Das Universum, diese weite Ausdehnung, die wir für ewig halten, könnte seine Tage gezählt haben… oder zumindest viel weniger als wir dachten. Eine aktuelle Forschung von drei niederländischen Wissenschaftlern schreibt die kosmische Zukunft neu, indem sie mit beunruhigender Präzision den Moment berechnen, in dem alles Existierende verschwinden könnte. Die Ergebnisse haben selbst die wissenschaftliche Gemeinschaft überrascht.

Ein universelles Ende, das bereits ein Datum hat

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© Unsplash – NASA Hubble Space Telescope.

Laut einer neuen Studie, veröffentlicht im Journal of Cosmology and Astroparticle Physics, zerfällt das Universum viel schneller als zuvor angenommen. Die Experten Heino Falcke, Michael Wondrak und Walter van Suijlekom von der Radboud-Universität berechneten, dass die vollständige „Verdampfung“ des Universums in etwa 10⁷⁸ Jahren erfolgen wird, weit früher als die zuvor geschätzten 10¹¹⁰⁰ Jahre.

Dieses beunruhigende Szenario steht im Zusammenhang mit einem Phänomen, das als Hawking-Strahlung bekannt ist, die nicht nur Schwarze Löcher betrifft, sondern laut dieser Forschung auch andere Himmelskörper wie Neutronensterne. Die Schlussfolgerung der Autoren: Das Universum altert nicht nur, es verdampft.

Der Schlüssel: Hawking-Strahlung jenseits der Schwarzen Löcher

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© Unsplash – NASA Hubble Space Telescope.

Die Hypothese basiert auf einer Neuinterpretation des von Stephen Hawking 1975 vorgeschlagenen Konzepts. Er zeigte, dass selbst Schwarze Löcher, theoretisch „geschlossen“, Strahlung aussenden und daher Masse verlieren können, bis sie verschwinden. Das Neue an der aktuellen Studie ist, dass dieses Phänomen nicht auf Schwarze Löcher beschränkt ist: Es könnte auch auf dichte Objekte wie Neutronensterne zutreffen.

Und das Unerwartetste: Sowohl Neutronensterne als auch stellare Schwarze Löcher zerfallen in einem ähnlichen Zeitraum, etwa 10⁶⁷ Jahre. Das überrascht, da das Gravitationsfeld der Schwarzen Löcher viel intensiver ist. Der Grund? Schwarze Löcher haben keine Oberfläche und reabsorbieren einen Teil ihrer eigenen Strahlung, wodurch ihre Verdampfung verlangsamt wird.

Menschen, der Mond und die endgültige Desintegration

Die Forscher beschränkten sich nicht auf astronomische Objekte. Sie berechneten auch, wie lange es dauern würde, bis der Mond und ein Mensch durch denselben Prozess verdampfen. Das Ergebnis ist beeindruckend (wenn auch eher theoretisch): etwa 10⁹⁰ Jahre. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass viele andere Faktoren das Verschwinden dieser Körper beschleunigen könnten, bevor die Hawking-Strahlung wirkt.

Walter van Suijlekom, einer der Co-Autoren, betont, dass diese interdisziplinäre Arbeit Mathematik, Quantenphysik und Astrophysik vereint und neue Wege eröffnet, um das Verhalten des Universums in seinen extremsten Grenzen zu verstehen. Das endgültige Ziel: das Rätsel einer Strahlung zu entschlüsseln, die der Schlüssel zum ultimativen Schicksal des Kosmos sein könnte.

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