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Der größte Eisberg der Welt scheint zum Stillstand gekommen zu sein: Was bedeutet das?

Der kolossale Eisberg A23a ist in der Nähe von Südgeorgien gestrandet, was Unsicherheiten über seine Auswirkungen auf das Ökosystem und die kommerzielle Fischerei hervorruft. Obwohl er eine katastrophale Kollision verhindern könnte, birgt seine Anwesenheit dennoch Risiken und Chancen für die lokale Tierwelt. Entdecke, wie dieser Eiskoloss hierher kam und was in den kommenden Monaten passieren könnte.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Der größte Eisberg der Welt hat gestoppt: Was bedeutet das für Tierwelt und Fischerei?

Der größte Eisberg der Welt, A23a, hat einen kritischen Punkt auf seiner langen Reise erreicht. Nachdem er sich über Jahre hinweg langsam bewegt hat, ist er in der Nähe von Südgeorgien gestrandet. Dieses Ereignis könnte erhebliche Auswirkungen auf das marine Ökosystem, die Tierwelt und die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Region haben.

Ein Koloss aus Eis, der die Ozeane herausfordert

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© iStock.

Mit einer Fläche von 3.360 km² und einem Gewicht von fast 1.000 Millionen Tonnen brach A23a 1986 von der Filchner-Eisscholle in der Antarktis ab. Doch er blieb mehr als 30 Jahre im Meeresboden des Weddellmeeres gefangen. Erst 2020 begann er seine langsame Drift nach Norden, angetrieben von den Meeresströmungen.

Seit Dezember 2023 bewegte sich dieser Eisberg auf die Insel Südgeorgien zu, was Befürchtungen über eine mögliche Kollision mit einem wichtigen Brutgebiet für Pinguine und Robben auslöste. Die kürzliche Bestätigung, dass er gestrandet ist, könnte einige unmittelbare Risiken zerstreuen, aber es bleiben viele Fragen zu seinen langfristigen Auswirkungen.

Auswirkungen auf die Tierwelt und die Fischerei

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© BFSAI.

Der British Antarctic Survey hat die Trajektorie des Eisbergs im Rahmen des Ocean Ice-Projekts genau beobachtet. Laut dem Ozeanographen Andrew Meijers ist es „wahrscheinlich, dass der Einfluss auf die lokale Tierwelt geringer ist als erwartet, wenn der Eisberg gestrandet bleibt“.

Dennoch könnte die Fragmentierung von A23a ein Problem für die kommerzielle Fischerei darstellen. Wenn er sich in kleinere Stücke zerlegt, könnten Navigation und Fischereibetriebe in der Region komplizierter und gefährlicher werden. In der Vergangenheit haben ähnliche Ereignisse die Fischereitätigkeit im Südlichen Ozean negativ beeinflusst.

Auf der anderen Seite weisen Experten darauf hin, dass das Stranden des Eisbergs auch positive Auswirkungen auf das marine Ökosystem haben könnte. „Das Schmelzen und die Freisetzung von Nährstoffen könnten die Verfügbarkeit von Nahrung für verschiedene Arten, einschließlich Pinguine und Robben, erhöhen“, betont Meijers.

Eine ungewisse Zukunft für A23a

Während der letzten Monate des Jahres 2024 war der Eisberg in einer Taylor-Säule gefangen, einem ozeanografischen Phänomen, das seine schnelle Drift nach Norden verhinderte. Im Januar 2025 löste sich ein Fragment von 19 km², aber die Wissenschaftler können noch nicht mit Sicherheit bestimmen, wie sich dies auf seine Trajektorie und Zersetzung auswirken wird.

Es wird erwartet, dass wärmeres Wasser und die Wellenaktivität die Fragmentierung von A23a in kleinere Eisberge beschleunigen, die schließlich schmelzen werden. Allerdings bleibt die genaue Zeit, die er für das Verschwinden benötigt, ein Rätsel.

Für jetzt werden die Forscher diesen Eiskoloss weiterhin genau beobachten, um seine Auswirkungen auf die Region zu bewerten und die nächsten Bewegungen eines der größten jemals registrierten Eisberge vorherzusagen.

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