Schlaf ist nicht nur eine Frage der Stunden – auch die Regelmäßigkeit zählt. Eine neue Studie legt nahe, dass ein chaotischer, inkonsistenter Schlafrhythmus das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme erhöhen kann.
Forscher haben die Schlafmuster von Menschen in Großbritannien analysiert und dabei untersucht, ob sie jeden Tag zu einer ähnlichen Zeit schlafen gehen und aufwachen. Das Ergebnis: Wer einen konstanten Schlaf-Wach-Rhythmus hatte, hatte ein geringeres Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen als unregelmäßige Schäfer. Besonders brisant: Selbst wer viel schlief, aber keine feste Schlafroutine hatte, war anfälliger für Herzprobleme. Regelmäßiger Schlaf scheint also eine entscheidende Rolle für die Gesundheit zu spielen.
Warum der richtige Schlafrhythmus so wichtig ist
Dass ausreichend Schlaf (etwa 7 bis 9 Stunden pro Nacht) essenziell für körperliche und geistige Gesundheit ist, wurde bereits in vielen Studien belegt. Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass auch der Zeitpunkt unseres Schlafs einen großen Einfluss hat. Bisher basierten viele Erkenntnisse dazu auf Querschnittsstudien, die nur Momentaufnahmen liefern. Die neue Untersuchung hingegen analysierte Langzeitdaten aus der britischen „UK Biobank“, einem groß angelegten Gesundheitsprojekt.
Die Forscher statteten Tausende Freiwillige mit Geräten aus, die ihre Schlafgewohnheiten eine Woche lang objektiv erfassten. Auf dieser Grundlage untersuchten sie die Gesundheit von mehr als 70.000 Menschen, die zu Beginn der Studie keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten.
Unregelmäßiger Schlaf erhöht das Risiko um 26 %
Die Ergebnisse waren eindeutig: Menschen mit einem unregelmäßigen Schlafrhythmus hatten ein signifikant höheres Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen innerhalb eines Acht-Jahres-Zeitraums. Selbst nach Berücksichtigung anderer Faktoren war das Risiko bei den „chaotischen Schäfern“ um 26 % erhöht im Vergleich zu denen, die regelmäßig zur selben Zeit schliefen und aufwachten. Die Studie wurde im Journal of Epidemiology and Community Health veröffentlicht.
„Niemand hat das ganze Jahr über einen perfekten Schlafrhythmus. Wenn du ein oder zwei Tage pro Woche unregelmäßig schläfst, ist das kein Drama. Aber wenn das an fünf oder sechs Tagen passiert, wird es chronisch – und das ist ein echtes Problem“, erklärte der leitende Forscher Jean-Philippe Chaput, Schlafexperte an der Universität Ottawa, gegenüber The Guardian. Laut Chaput sei Schlaf regelmäßig, wenn die Schlaf- und Aufwachzeiten innerhalb einer Stunde konstant bleiben – je stabiler, desto besser.
Genug Schlaf reicht nicht – die Regelmäßigkeit zählt
Interessanterweise zeigte die Studie, dass ausreichend Schlaf die negativen Auswirkungen eines unregelmäßigen Schlafrhythmus nicht komplett ausgleichen konnte. Zwar hatten Teilnehmer mit „moderatem“ Schlafchaos kein erhöhtes Risiko, wenn sie genug schliefen, doch bei stark unregelmäßigen Schäfern blieb das Risiko erhöht. Es könnte also sein, dass die Regelmäßigkeit des Schlafs eine noch wichtigere Rolle für die Herzgesundheit spielt als die reine Schlafdauer. Hier sind jedoch weitere Studien nötig, um das genauer zu klären.
Immer zur gleichen Zeit aufstehen – auch am Wochenende
Egal, ob du unter der Woche schlecht schläfst – laut Experten solltest du nicht versuchen, deine „Schulden“ am Wochenende durch langes Ausschlafen auszugleichen. Viel wichtiger sei es, jeden Tag zur gleichen Zeit aufzustehen. „Wenn du an verschiedenen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten aufwachst, bringst du deine innere Uhr durcheinander. Das kann langfristig gesundheitliche Folgen haben“, so Chaput.
Falls du Schlaf nachholen musst, empfiehlt er, früher ins Bett zu gehen, anstatt auszuschlafen. Selbst am Wochenende solltest du versuchen, zur gleichen Zeit wie an Werktagen aufzuwachen.
Natürliche Wecker: Katzen als Schlafcoaches?
Wer Probleme hat, seinen Schlafrhythmus zu stabilisieren, könnte eine natürliche Lösung ausprobieren: eine Katze anschaffen. Diese pelzigen Wecker lassen dich garantiert nie vergessen, wann die Zeit fürs Frühstück gekommen ist!