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Wissenschaft

Das unsichtbare Phänomen, das Spanien in eine erstickende Hitzewelle stürzt

Eine Hitzekuppel hat sich über der Iberischen Halbinsel gebildet und treibt die Temperaturen in besorgniserregende Höhen. Doch was steckt hinter dieser Höllenglut – und warum kühlt es selbst nachts nicht ab? Der Schlüssel liegt in einem Höhenhochdruckgebiet, das dieses Extremereignis länger andauern lassen könnte, als uns lieb ist.
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Die Hitze, die derzeit in vielen Regionen Spaniens zu spüren ist, ist nicht einfach nur ein gewöhnliches Sommerphänomen. Was bevorsteht, ist eine Hitzewelle mit eigenem Namen und klarer Struktur – ein meteorologisches Phänomen, das Experten als „Hitzekuppel“ bezeichnen. In diesem Artikel erklären wir, wie sie entsteht, welche Folgen sie hat und warum weder Tag noch Nacht eine Abkühlung bringen werden.

Eine Welle, die alles übertrifft

Die spanische Wetteragentur AEMET hat eine Sonderwarnung herausgegeben: Die erste große Hitzewelle des Sommers beginnt offiziell am Samstag, den 28. Juni. Obwohl die Effekte bereits spürbar sind, wird der Höhepunkt zwischen Sonntag und Montag erwartet – mit einer möglichen Verlängerung bis Dienstag, den 1. Juli.

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© vargazs- pexels


Hitzewellen sind extreme Wetterereignisse, bei denen die Temperaturen deutlich über den jahreszeitlich üblichen Durchschnitt steigen. In diesem Fall geht es nicht nur um unangenehme Hitze, sondern um ein Szenario, das ein ernsthaftes Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellt – insbesondere in bestimmten Regionen.

Die Hitzekuppel: das Höhenhoch als Ursache

Der Begriff „Hitzekuppel“ ist keine bloße Metapher. Dahinter steckt ein Hochdruckgebiet in großer Höhe, das wie ein Deckel wirkt und die heiße Luft darunter gefangen hält. Diese Struktur verhindert, dass kühlere Luftmassen eindringen können – und durch die intensive Sonneneinstrahlung heizt sich die eingeschlossene Luft immer weiter auf.

Laut dem Physiker Francisco Martín León betrifft diese Wetterlage nicht nur Spanien, sondern auch große Teile Südeuropas. Besonders besorgniserregend: Auch die Temperaturen im Mittelmeerraum sind außergewöhnlich hoch – was die Effekte der Hitzewelle noch verstärken könnte.

Extreme Hitze am Tag… und in der Nacht

Die AEMET hat Warnstufen in Gelb und Orange ausgerufen. Weite Teile Spaniens müssen mit Höchsttemperaturen zwischen 34 und 36 Grad rechnen – in einigen Gegenden könnten sogar bis zu 40 Grad erreicht werden. Besonders kritisch ist die Lage im Süden: Im Guadalquivir-Tal werden Spitzenwerte über 42 Grad, in Extremfällen sogar bis zu 44 Grad erwartet.

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© JoakimMosebach- Pexels


Auch die Nächte bringen keine Entlastung. In vielen Teilen Südspaniens sowie im Ebrotal werden Tiefstwerte über 23 bis 25 Grad erwartet – sogenannte „Tropennächte“, die das Schlafen erschweren und vor allem für vulnerable Gruppen ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Gesundheitsrisiko: Warnung von Meteosalud

Das spanische Gesundheitsministerium hat über das Überwachungsprogramm Meteosalud die besonders gefährdeten Gebiete identifiziert. Unter anderem gelten Teile Nordspaniens wie das Ebrotal in Navarra, das Zentrum von Huesca oder das zentrale Becken von Tarragona als besonders betroffen.

Die Kombination aus extremer Tageshitze, heißen Nächten und einer Atmosphäre ohne Luftaustausch macht dieses Wetterereignis zu einer stillen, aber gefährlichen Bedrohung. Zu verstehen, was dahintersteckt, ist entscheidend – um vorbereitet zu sein und die richtigen Maßnahmen gegen diese aufziehende Hitzewelle zu ergreifen.

Quelle: Xataka

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