Zum Inhalt springen
News

Das toxische Erbe, das die Römer unwissentlich hinterließen

Die Geschichte des Römischen Reiches wird oft von Ruhm, Expansion und architektonischen Errungenschaften erzählt. Doch es gibt ein wenig bekanntes Detail, das alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Jüngste Entdeckungen unter dem Eis der Arktis enthüllen eine unerwartete Realität, die die intellektuelle Entwicklung ganzer Generationen möglicherweise verändert hat.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Eine großartige… und kontaminierte Zivilisation

Das Römische Reich weckt leidenschaftliche Diskussionen. Vor nicht allzu langer Zeit zeigte ein virales Phänomen, wie häufig viele Männer fast täglich daran denken. Vielleicht tun sie das jedoch nicht genug oder nicht aus der richtigen Perspektive. Denn was Forscher jetzt enthüllt haben, könnte unsere Sicht auf ihre Geschichte für immer verändern.

Alte Eisproben und moderne Wissenschaft: eine aufschlussreiche Kombination

Eine Analyse von Eisbohrkernen, die in der Arktis entnommen wurden, hat bisher unvorstellbare Bleikontaminationswerte offenbart. Diese Zivilisation, die in vielerlei Hinsicht Pionierarbeit leistete, könnte auch diejenige gewesen sein, die am meisten zur Anreicherung der europäischen Atmosphäre mit Schwermetallen beigetragen hat — und das völlig unwissentlich, während sie eines der emblematischsten Imperien der Menschheit errichtete.

Eine Forschungsgruppe des Desert Research Institute untersuchte Blei-Isotope, die in Eis-Schichten eingeschlossen sind, die zwischen 500 v. Chr. und 600 n. Chr. entstanden sind. Das Ergebnis? Eine detaillierte Rekonstruktion der von den Römern verursachten Umweltverschmutzung. Blei war überall, und nun können wir das präzise erkennen.

Dank dieser Daten konnte geschätzt werden, wie viel Kontamination es gab, wie sie die Menschen beeinträchtigte und sogar, was sie verursachte. Die Hauptursache deutet auf den Silberbergbau hin. Über Jahrhunderte wurden enorme Mengen an Galenit — ein Mineral, das Blei enthält — geschmolzen, um dieses begehrte Metall zu extrahieren. Der Preis: Tausende von Unzen Blei wurden für jede nützliche Unze Silber freigesetzt.

Eine unsichtbare Rechnung: der Preis für Gesundheit und geistige Fähigkeiten

Die Auswirkungen von Blei auf die Gesundheit sind heute gut dokumentiert. Neurologische Störungen, Unfruchtbarkeit, chronische Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten sind nur einige der Folgen. Am alarmierendsten sind jedoch die Schätzungen der Wissenschaftler über die Auswirkungen auf den Intelligenzquotienten (IQ) der römischen Bevölkerung.

Laut der Studie könnten die Bleivorkommen im Durchschnitt den IQ um 2 bis 3 Punkte gesenkt haben. Das mag wenig erscheinen, aber wenn es sich um eine gesamte Gesellschaft handelt, ist die Wirkung erheblich. Nathan Chellman, einer der Autoren, bringt es klar auf den Punkt: Ein leichter, weit verbreiteter Rückgang kann große Auswirkungen haben.

Die dunkle Seite einer goldenen Ära

So erhält die Geschichte des Römischen Reiches eine neue Facette. Ihr Vermächtnis ist erstaunlich, aber auch buchstäblich vergiftet durch eine Kontamination, die sie nicht verstanden. Paradoxerweise schwächt diese Enthüllung den Mythos nicht; sie macht ihn noch komplexer und faszinierender.

Quelle: Xataka.

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel