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Das Megasolarprojekt, das China in Lateinamerika bauen will – und das die globale Energiekarte verändern könnte

China hat soeben eine seiner größten Investitionen in erneuerbare Energien außerhalb Asiens bestätigt. Im Herzen Lateinamerikas soll die ambitionierteste Solaranlage des Kontinents entstehen – mit Auswirkungen, die weit über den Umweltschutz hinausgehen: für Politik, Wirtschaft und Diplomatie der Region wird sie von zentraler Bedeutung sein.
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Der globale Wettlauf um erneuerbare Energien

Die weltweite Energiewende ist in vollem Gange – und China strebt an, sie auf globaler Ebene anzuführen. Vor diesem Hintergrund rückt ein lateinamerikanisches Land ins Zentrum seiner Solarstrategie. Ein gigantisches Bauvorhaben, das bereits jetzt als das größte der Region gilt, soll nicht nur saubere Energie liefern, sondern auch die geopolitischen Kräfteverhältnisse verschieben.

Nicaragua: Chinas neues solares Epizentrum

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© Pixabay – fabersam.

China hat angekündigt, in Nicaragua die größte Solaranlage des Landes und eine der bedeutendsten in Lateinamerika zu errichten. Das Projekt im Municipio Nindirí wird mit 83 Millionen US-Dollar finanziert und soll bis 2026 fertiggestellt sein. Die Anlage wird eine installierte Leistung von 70 Megawatt haben und unter Leitung des chinesischen Staatsunternehmens China Communications Construction Company Limited (CCCC) gemeinsam mit der nicaraguanischen Wasserbehörde Enacal realisiert.

Das Hauptziel ist nicht nur die Einspeisung ins nationale Stromnetz, sondern auch die Versorgung des Trinkwasser- und Abwassersystems. Damit soll ein besonders sensibler Bereich der sozialen Infrastruktur energetisch autark und weniger abhängig von umweltschädlichen Energiequellen werden.

Das Projekt ist Teil einer Reihe bilateraler Abkommen seit der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Nicaragua und China im Jahr 2021 – nachdem das Land zuvor seine Beziehungen zu Taiwan abgebrochen hatte. Ein bilaterales Freihandelsabkommen untermauert diese strategische Annäherung zusätzlich.

Ein Bauwerk mit geopolitischer Sprengkraft

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© Pixabay – TheOtherKev.

Der Solarpark wird sich über mehr als 130 Hektar erstrecken (etwa 187 Stadtblöcke) und insgesamt 112.700 Solarpaneele, 200 Wechselrichter, 20 Transformatoren sowie eine Umspannstation mit 230 Kilovolt umfassen, die direkt an das nationale Stromnetz angeschlossen wird. Diese Größenordnung macht das Vorhaben zu einem der größten Solarprojekte, die China je außerhalb seines eigenen Staatsgebiets umgesetzt hat.

Laut Präsident Daniel Ortega ist dieses Abkommen „das beste Weihnachtsgeschenk“, das Nicaragua seit Jahren erhalten habe. Und tatsächlich: Das Projekt diversifiziert nicht nur das nationale Energiemix, sondern festigt auch Chinas Position als entscheidender wirtschaftlicher Partner für die Zukunft des Landes.

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