Wer in der Europäischen Union lebt, kann ab sofort erstmals eine native Porno-App auf dem iPhone installieren. Falls das etwas ist, worauf Sie sehnsüchtig gewartet haben, gibt es jetzt gute Nachrichten: Dank des Digital Markets Act (DMA) der EU, der Apple zur Unterstützung alternativer App-Stores verpflichtet, ist der Weg für Porno-Apps frei.
Die erste App, die diese neue Regelung nutzt, heißt Hot Tub. Es handelt sich dabei um eine spezialisierte Suchmaschine für Pornografie, die nun offiziell auf iOS-Geräten verfügbar ist. Hot Tub kann über den alternativen App-Store AltStore PAL installiert werden und ermöglicht den Zugriff auf beliebte Webseiten wie PornHub, XVideos, XNXX und XHamster. Der große Vorteil: Die App verspricht „Porn Without the Pop-Ups“ – also Porno-Streaming ohne die berüchtigten unseriösen Werbeanzeigen, die bei klassischen Browsern oft auftauchen. Zudem erspart sie den Nutzern das manuelle Öffnen eines Inkognito-Tabs, obwohl wohl kaum jemand, der sich bewusst eine Porno-App herunterlädt, allzu viel Wert auf Diskretion legt.
Ein Paradigmenwechsel für Apple-Nutzer?
Alternative App-Stores sind in der EU zwar bereits seit letztem Jahr erlaubt, dennoch ist Hot Tub die erste Porno-App, die es tatsächlich auf iOS geschafft hat. Ein Grund dafür ist Apples strenger Notarisierungsprozess, der sicherstellen soll, dass Apps grundlegende Sicherheits- und Integritätsstandards einhalten. Doch der Entwickler hinter Hot Tub, bekannt unter dem Pseudonym c1d3r, hat die Hürden gemeistert und die offizielle Genehmigung erhalten.
Für viele Nutzer dürfte das Konzept von Drittanbieter-App-Stores noch ungewohnt sein. Während sich Technik-Enthusiasten und Mitglieder der Jailbreak-Community schon länger mit dem sogenannten Sideloading von Apps beschäftigen, bleibt das Thema für die breite Masse Neuland. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass das Interesse an Alternativen zu Apples geschlossenem App-Ökosystem wächst: Eine Umfrage des Unternehmens MacPaw ergab, dass 80 % der Nutzer bereit wären, einen alternativen App-Store auszuprobieren. (Allerdings betreibt MacPaw selbst eine solche Plattform, weshalb die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen sind.)
Porno-Streaming auf dem Smartphone: Ein unterschätzter Markt
Die Popularität von Pornografie auf mobilen Endgeräten wird oft unterschätzt. Tatsächlich erfolgt rund 69 % des weltweiten Pornokonsums über Smartphones, und 20 % aller Suchanfragen von mobilen Geräten sind pornografischer Natur. Kein Wunder also, dass eine App wie Hot Tub durchaus Marktpotenzial besitzt.
Ein weiteres bemerkenswertes Detail: Die Entwickler von AltStore PAL haben beschlossen, ihre monatlichen Einnahmen aus Patreon an wohltätige Organisationen zu spenden. Unterstützt werden unter anderem The Trevor Project und der Red Umbrella Fund, die sich für LGBTQ-Rechte und den Schutz von Sexarbeitern einsetzen. Dieser Schritt ist auch als Antwort auf die zunehmenden Versuche zu verstehen, Pornografie aus dem Netz zu verbannen und marginalisierte Communities auf sozialen Medien zu diskriminieren.
Ob sich Hot Tub langfristig als Standard für Porno-Streaming auf iOS etablieren kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die Zeiten, in denen Apple seine Nutzer von alternativen Angeboten abschottete, sind vorbei – und das öffnet neue Möglichkeiten in vielen Bereichen.