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Wissenschaft

Das beunruhigende Szenario, das die Erde in den Abgrund des Weltraums stoßen könnte

Eine neue astronomische Simulation offenbart ein ebenso faszinierendes wie beängstigendes Szenario: die Möglichkeit, dass die Erde aus dem Sonnensystem hinausgeschleudert wird. Welche Kraft könnte ein solches Schicksal auslösen? Ein bislang wenig beachtetes kosmisches Phänomen stellt die Stabilität unserer Umlaufbahn infrage. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar gering – aber ernster, als bisher angenommen.
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Ein mögliches Ende, das kaum jemand bedacht hat

Jahrhundertelang haben wir uns vorgestellt, wie das Leben auf der Erde enden könnte. Was früher reine Spekulation war, wird heute durch präzise Computersimulationen mit überraschenden Ergebnissen ersetzt. Neben dem Zusammenbruch der Sonne rückt nun ein weiteres Risiko in den Fokus: ein orbitales Ungleichgewicht durch den Besuch eines fremden Sterns. Die Wissenschaft beginnt, ein mögliches Ende unseres Planeten zu skizzieren, das bisher kaum berücksichtigt wurde.

Eine Bedrohung, die nicht von der Sonne ausgeht

Zwar ist bekannt, dass sich die Sonne in Milliarden Jahren ausdehnen und die Erde verschlingen wird, doch aktuelle Simulationen zeigen ein ebenso katastrophales, aber weniger bekanntes Schicksal: den Ausschluss unseres Planeten aus dem Sonnensystem. Ein internationales Wissenschaftsteam hat herausgefunden, dass ein nahe vorbeiziehender Stern die Planetenbahnen so stark stören könnte, dass es zu Kollisionen oder orbitalen Auswürfen kommt.

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© Pixabay

In der Fachzeitschrift Icarus wurde eine Studie veröffentlicht, die zeigt, wie solche stellaren Begegnungen – so selten sie auch sind – extreme Konsequenzen haben können. Schon eine geringe Störung in der Bahn eines Nachbarplaneten könnte eine Kettenreaktion auslösen, die die Erde in einen eisigen Abgrund stößt oder gefährlich nahe an die Sonne bringt.

Aufschlussreiche Simulationen und mögliche Folgen

Forscher des Planetary Science Institute und der Universität Bordeaux führten 2.000 Simulationen auf Grundlage von NASA-Daten durch. Die Ergebnisse sind alarmierend: In 0,3 % der Fälle wird Mars ausgestoßen oder kollidiert, in 0,2 % trifft dieses Schicksal die Erde. In 2 % der Szenarien verliert das Sonnensystem innerhalb der nächsten fünf Milliarden Jahre mindestens einen Planeten.

Merkur, dessen Umlaufbahn als instabil gilt, könnte dabei die Schwachstelle sein. Gerät seine Bahn aus dem Gleichgewicht, könnte dies Venus oder Mars in Richtung Erde lenken – oder uns selbst auf Kollisionskurs mit der Sonne bringen. Eine weitere Möglichkeit: Jupiter schleudert uns mit seiner gewaltigen Gravitation aus dem System hinaus.

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© WikiImages – Pexels

Geringes Risiko, aber höher als gedacht

Auch wenn 0,2 % gering erscheinen, ist dieser Wert um ein Vielfaches höher als frühere Schätzungen. Es wird nicht bald geschehen, doch es deutet darauf hin, dass die Stabilität des Sonnensystems nicht so dauerhaft ist, wie bisher angenommen. Damit erhält Isaac Newton posthum recht – er vermutete bereits, dass Planetenbahnen nicht ewig stabil bleiben, konnte dies jedoch zu seiner Zeit nicht beweisen.

Die moderne Wissenschaft nimmt diesen Gedanken wieder auf und erinnert uns daran, dass in einem so dynamischen Kosmos wie dem unseren kein Ort dauerhaft sicher ist.

Quelle: National Geographic.

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