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Wissenschaft

Cleverer Trick könnte helfen, Leben auf dem Mars zu entdecken

Es ist extrem schwierig, mikroskopisches Leben zu finden – selbst mit modernster Technologie. Doch nun könnte es eine geniale Lösung geben.
Von Margherita Bassi Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Bisher haben die Mars-Rover kein Leben entdeckt – vermutlich, weil es auf dem Roten Planeten nicht existiert. Doch sicher können wir uns nicht sein, weshalb die Suche weitergehen muss. Wissenschaftler setzen dabei auf immer ausgeklügeltere Methoden – darunter eine außergewöhnliche Idee eines internationalen Forschungsteams.

Wie in einer aktuellen Studie im Fachjournal Frontiers in Astronomy and Space Sciences beschrieben, haben Astrobiologen aus Deutschland und Portugal herausgefunden, dass drei Mikroben-Arten gezielt auf die Aminosäure L-Serin reagieren. Der sogenannte Chemotaxis-Prozess – die Bewegung von Mikroorganismen als Reaktion auf chemische Reize – könnte die Grundlage für eine neue Methode sein, um winziges außerirdisches Leben zu finden – vielleicht sogar auf dem Mars.

Eine Spur aus Aminosäuren?

Die Wissenschaftler erklären in ihrer Studie, dass die frühe Erde und der Mars häufig von kohlenstoffhaltigen Asteroiden bombardiert wurden – was bedeutet, dass L-Serin mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf dem Mars vorkommt. Bisherige Forschungen haben bereits gezeigt, dass L-Serin bei einigen irdischen Mikroben Chemotaxis auslöst. „Falls sich auf dem Mars Leben mit einer ähnlichen Biochemie wie auf der Erde entwickelt hat, ist es denkbar, dass L-Serin auch dort ein starker Lockstoff für hypothetische Mars-Mikroben sein könnte“, schreiben die Forscher.

Da die Mars-Oberfläche extrem lebensfeindlich ist, konzentrierten sich die Wissenschaftler auf sogenannte „hypothetische Mars-Mikroben“, also extremophile Organismen, die für ihre Widerstandsfähigkeit bekannt sind. Als Stellvertreter verwendeten sie die Bakterien Bacillus subtilis und Pseudoalteromonas haloplanktis sowie das Archaebakterium Haloferax volcanii.

„Bakterien und Archaeen sind zwei der ältesten Lebensformen der Erde. Sie bewegen sich auf unterschiedliche Weise und haben ihre Fortbewegungsmechanismen unabhängig voneinander entwickelt“, erklärt Max Riekeles, Luft- und Raumfahrtingenieur an der Technischen Universität Berlin und Mitautor der Studie, in einer Mitteilung von Frontiers. Da diese Mikroben aus verschiedenen Gruppen stammen, könnte die Methode zur Lebenssuche bei Weltraummissionen zuverlässiger werden.

Ein simpler, aber genialer Ansatz

© 2025 Riekeles, Bruder, Adams, Santos and Schulze-Makuch CC BY 4.0

Ein weiterer Schwerpunk der Studie war, die Methode möglichst einfach zu halten – um sie für künftige Weltraummissionen praktikabel zu machen. Die Forscher nutzten lediglich ein Glasplättchen mit zwei Kammern, die durch eine dünne Membran getrennt waren. Eine Kammer enthielt die Mikroben, die andere L-Serin – dann hieß es abwarten.

„Wenn die Mikroben lebendig und bewegungsfähig sind, schwimmen sie durch die Membran in Richtung L-Serin“, erklärt Riekeles. Genau das geschah auch – ein vielversprechendes Zeichen, dass Astronauten diese Methode künftig nutzen könnten, um Mikroorganismen in außerirdischen Proben aufzuspüren. Laut der Studie ist es selbst mit hochentwickelten Mikroskopen oft schwierig, solch winzige Lebensformen direkt zu identifizieren.

„Diese Methode ist einfach, kostengünstig und erfordert keine leistungsstarken Computer zur Auswertung der Ergebnisse“, betont Riekeles.

Zwar müsste eine künftige Anwendung im Weltraum mit einer automatisierten, kompakteren und robusteren Version dieser Technik erfolgen, doch die Studie zeigt das enorme Potenzial eines günstigen und simplen Ansatzes zur Suche nach außerirdischem Leben. Und „günstig und simpel“ sind zwei Begriffe, die in der Suche nach Außerirdischen sonst eher selten fallen.

 

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