Eine chinesische Sonde ist auf dem Weg zur Rückseite des Mondes, um dort Proben zu sammeln und sie auf der Erde abzuwerfen – eine historische Premiere. Die Mission Chang’e-6 startete am Freitag um 5:30 Uhr Ostküstenzeit vom Satellitenstartzentrum Wenchang. Die Mondsonde befand sich an Bord von Chinas größter Rakete, der 57 Meter hohen Langer Marsch 5.
Mit seiner jüngsten Mondmission hofft China, die erste Nation zu werden, die Gestein und Staub von der Rückseite des Mondes zurückbringt. Die Rückseite des Mondes ist die von der Erde abgewandte Hemisphäre und wird auch „dunkle Seite“ genannt, was sich darauf bezieht, wie wenig wir über sie wissen, und nicht darauf, dass sie tatsächlich dunkel ist. Anders als auf der der Erde zugewandten Mondhemisphäre ist die Rückseite dichter mit Einschlagkratern besiedelt, während die großen, dunklen Meere aus abgekühlter Lava, die die Vorderseite des Mondes dominieren, weitgehend fehlen.

Chang’e 6 zielt auf das Aitken-Becken am Südpol des Mondes, den größten und ältesten Einschlagkrater auf dem Mond. Dieser Krater könnte Teile des Mondmantels freigelegt haben, indem er an die Oberfläche gesprengt wurde. Durch die Entnahme von Proben aus dem Einschlagkrater auf der abgewandten Seite könnte die Mission den Wissenschaftlern helfen, frühe Einschläge zu verstehen, die zur Form der Erde und des Mondes geholfen haben, und warum die abgewandte Seite des Mondes anders ist als die zugewandte Seite.
Die Raumsonde Chang’e 6 befindet sich auf einer 53-tägigen Mission zur Rückseite des Mondes und zurück. Dabei wird sie mithilfe eines Bohrers an Bord versuchen, bis zu 2.000 Gramm Mondproben zu sammeln. Der Orbiter der Mission wird sie in die Mondumlaufbahn bringen, von wo aus ein Lander versuchen wird, auf der Mondoberfläche zu landen.
Der Lander wird Proben aus dem Becken sammeln und sie in ein Aufstiegsfahrzeug legen, das in die Mondumlaufbahn gebracht wird. Das Fahrzeug wird dann an einen Orbiter andocken, der die Proben in einer Kapsel zur Erde legt.

Change’6 erfordert außerdem einen Kommunikationsrelaissatelliten mit Queqiao-2, der Anfang im März gestartet ist, um die Kommunikation mit der Erde von der Rückseite des Mondes aus zu ermöglichen.
China hat bisher mit seinen Mondmissionen enormen Erfolg erzielt. Seine Chang’e-5-Mission brachte 2020 Proben vom Mond zurückDamit ist China das dritte Land, das Proben vom Mond sammelt und zur Erde bringt. Die chinesische Raumfahrtbehörde hat bereits Pläne für Chang’e 7 und 8, bei denen der Schwerpunkt auf der Erprobung der Technologien liegen wird, die für den Aufbau einer wissenschaftlichen Mondbasis erforderlich sind.
Chang’e 6 ist nicht besonders das erste Raumfahrzeug, das auf der Rückseite des Mondes Proben sammelt und führt auch vier Nutzlasten an Bord mit sich. Zu der Nutzlast der Raumsonde gehört ein Laser-Retroreflektor (ein Gerät das konzentriertes Licht reflektiert) vom italienischen Nationalen Institut für Kernphysik -Frascati National Labs. Mit dem Gerät wird die Entfernung zwischen Erde und Mond gemessen. Auch der Cubesat ICUBE-Q aus Pakistan ist mit auf der Reise und soll Spuren von Wassereis auf der Mondoberfläche erkennen.
Die Sonde soll Anfang Juni auf dem Mond landen.
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