Eine Simulation weckt uralte Ängste
Seit Langem ist bekannt, dass die Erde nicht ewig bestehen wird. Doch eine neue Studie legt nahe, dass ihr Ende nicht durch die Ausdehnung der Sonne eintreten könnte, sondern viel früher und auf deutlich gewaltsamere Weise: durch eine planetare Kollision oder eine Ausstoßung in den interstellaren Raum, ausgelöst durch den nahen Vorbeiflug eines anderen Sterns. Diese rein theoretischen Simulationen haben unter Astronomen Besorgnis ausgelöst.
Eine beunruhigende Hypothese mit überraschender Wahrscheinlichkeit

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Icarus, stellt eine ebenso faszinierende wie alarmierende Hypothese auf: In kommenden kosmischen Zeitaltern könnte die Erdumlaufbahn durch die Gravitation eines umherwandernden Sterns gestört werden. Die berechnete Wahrscheinlichkeit liegt bei 1 zu 100.000 – eine kleine Zahl, aber hunderte Male höher als bisher angenommen.
Ausstoßung, Kollision und das Gespenst des Jupiters
Das Forschungsteam des Planetary Science Institute und der Universität Bordeaux führte 2.000 Simulationen über einen Zeitraum von 5 Milliarden Jahren durch. Dabei zeigte sich, dass Merkur, dessen Umlaufbahn von Natur aus instabil ist, der Auslöser eines Kettenchaos sein könnte. Eine Veränderung seiner Bahn könnte Venus, Mars und schließlich auch die Erde in gefährliche Bahnen lenken, die mit Kollisionen oder Ausstoßungen enden könnten.
Besonders beunruhigend ist die Möglichkeit, dass Mars und Venus die Erde in eine fatale Bahn zu Jupiter stoßen. Die enorme Gravitation des Gasriesen könnte unseren Planeten in den kalten, leeren Raum hinauskatapultieren, wo Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt jegliches Leben unmöglich machen würden.
Alte Warnungen und neue Bestätigungen

Eine weitere Option: eine direkte Kollision zwischen Planeten – oder ein Absturz der Erde in die Sonne. Diese Szenarien mögen unwahrscheinlich erscheinen, doch sie verdeutlichen die Zerbrechlichkeit unseres Sonnensystems. Bemerkenswerterweise stützt das auch eine Vermutung von Isaac Newton, der bereits annahm, dass die gravitativen Wechselwirkungen zwischen den Planeten irgendwann zu einer orbitalen Instabilität führen würden.
Kein Grund zur Panik – noch nicht
Trotz allem betonen die Wissenschaftler, dass es keinen Grund zur Panik gibt… zumindest nicht in absehbarer Zeit. Solche Katastrophen würden sich erst in Milliarden Jahren ereignen. Doch allein die Tatsache, dass dieses Risiko existiert – und größer ist als bisher angenommen – sorgt in der wissenschaftlichen Gemeinschaft bereits für Aufsehen.