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Wissenschaft

Blue Ghost senkt Umlaufbahn und liefert seltene Aufnahmen der Mondrückseite

Nächster Meilenstein auf dem Weg zur Mondlandung am 2. März
Von Adam Kovac Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Der neueste private Mondlander kommt seinem Ziel immer näher. Am frühen Morgen des 18. Februar zündete Firefly Aerospace’s „Blue Ghost“ seine Triebwerke und leitete damit die nächste Phase seiner 45-tägigen Reise zum Mond ein.

Das Manöver begann um 3:09 Uhr ET und dauerte drei Minuten und 18 Sekunden. Dadurch veränderte der Lander seine bisherige, stark elliptische Umlaufbahn um den Mond, in der er sich seit dem 13. Februar befand, hin zu einer niedrigeren Bahn. Von seiner neuen Position, etwa 120 Kilometer über der Mondoberfläche, konnte Blue Ghost atemberaubende Bilder von der kaum erforschten Rückseite des Mondes aufnehmen und zur Erde senden.

„Unsere #GhostRiders haben früh am Morgen ein weiteres Umlaufbahn-Manöver abgeschlossen. Kurz nach dem Triebwerkszünden gelang es Blue Ghost, unglaubliche Aufnahmen zu machen…“

So berichtete Firefly Aerospace auf der Plattform X (ehemals Twitter) über den Fortschritt der Mission.

Funkstille als Herausforderung für die Mission

Diese nötige Anpassung der Umlaufbahn bringt allerdings auch eine Herausforderung mit sich: Zeitweise wird es Kommunikationsausfälle zwischen dem Lander und seinem Kontrollzentrum bei Firefly Aerospace in Texas geben. Doch trotz dieser Unterbrechungen bleibt das Ziel klar: Die geplante Landung am 2. März im „Mare Crisium“ (auch bekannt als „Meer der Krisen“). Diese Region des Mondes entstand durch einen uralten Asteroideneinschlag und war einst von Lava bedeckt.

Nach der Landung werden die zehn wissenschaftlichen Instrumente an Bord von Blue Ghost in Betrieb genommen. Sie sollen unter anderem den Wärmestrom aus dem Mondinneren untersuchen, die magnetischen und elektrischen Felder an der Oberfläche messen und die chemische Zusammensetzung des Regoliths (Mondboden) analysieren. Zudem wird die Mission Technologien testen, die künftige NASA-Artemis-Missionen unterstützen könnten, um erstmals seit 1972 wieder Menschen auf den Mond zu bringen.

Ein verschlungener Weg zum Mond

© Firefly Aerospace

Statt eines direkten Flugs von Cape Canaveral zum Mond nahm Blue Ghost eine komplexere Route. Nach dem Start am 15. Januar verbrachte der Lander mehrere Wochen in der Erdumlaufbahn. In dieser Zeit fing seine Kamera spektakuläre Bilder unseres Planeten ein – und sogar ein Selfie.

Blue Ghost ist nicht der erste kommerzielle Lander, der eine Mondlandung versucht, aber der Erfolg privater Missionen war bislang durchwachsen. Im April 2023 scheiterte die japanische Firma ispace mit ihrem Hakuto-R M1-Lander bei der Landung. Anfang 2024 erlitt das US-Unternehmen Astrobotic mit dem Peregrine-Lander ebenfalls eine schwere Niederlage, als dieser kurz nach dem Start ausfiel. Erst im Februar 2024 gelang es Intuitive Machines, mit „Odysseus“ sicher auf dem Mond zu landen – allerdings mit einer gebrochenen Landebeinstrebe, die den Lander schief stehen ließ.

Falls Blue Ghost erfolgreich aufsetzt, wird er nicht lange allein bleiben. ispace plant bereits einen weiteren Landeversuch mit seinem neuen „Resilience“-Lander, der auf derselben Falcon-9-Rakete wie Blue Ghost gestartet wurde. Allerdings verfolgt Resilience eine langsamere Route und wird erst im Mai oder Juni auf dem Mond landen. An Bord befindet sich der Tenacious-Rover, der den Mondboden in der nördlichen Landeregion untersuchen soll.

Und falls das noch nicht genug Mond-Action ist: Intuitive Machines plant bereits eine weitere Mission, die frühestens nächste Woche starten könnte. Dieses Mal soll ein spezieller Roboter entwickelt werden, der über die Mondoberfläche „hüpft“, um einen Krater zu erkunden, der dauerhaft im Schatten liegt.

Die kommenden Monate versprechen also einige spannende Entwicklungen in der privaten Raumfahrt – und Blue Ghost ist nur ein Teil dieser neuen Ära der Mondforschung.

 

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