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Wissenschaft

Bewegung nach dem Abendessen: Die überraschende Gewohnheit, die deinen Schlaf verbessern könnte

Eine neue Studie stellt gängige Annahmen über abendliche Bewegung und ihre Auswirkungen auf den Schlaf infrage. Kurze Aktivitäten nach dem Abendessen könnten der Schlüssel zu erholsameren Nächten sein – ganz ohne Änderungen im Tagesablauf oder Einbußen beim Wohlbefinden.
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Seit Jahren heißt es, abendliche Bewegung sei der Feind eines guten Schlafs. Doch eine aktuelle Studie stellt diese Annahme infrage. Kurze Übungen nach dem Abendessen könnten sich positiv auf die Nachtruhe auswirken. Ist es möglich, unsere Nächte durch kleine Veränderungen zu verbessern? Hier werfen wir einen genaueren Blick darauf.

Die Studie, die unsere Vorstellung vom nächtlichen Training auf den Kopf stellt

Lange Zeit galt Bewegung am Abend als schädlich für einen guten Schlaf. Der Grund schien einleuchtend: Sport erhöht die Körpertemperatur und den Puls – beides Gegenspieler der Entspannung. Doch eine aktuelle Untersuchung, veröffentlicht in BMJ Open Sport & Exercise Medicine, schlägt eine andere Richtung ein.

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© Tima Miroshnichenko – Pexels

In der Studie wurden 28 inaktive Personen untersucht, hauptsächlich Frauen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren. Die Teilnehmenden führten zwischen 17 und 21 Uhr alle 30 Minuten dreiminütige Kraftübungen durch. Die Einheiten wurden per Video angeleitet, um Einheitlichkeit bei Tempo und Technik zu gewährleisten. Ziel war es herauszufinden, ob sogenannte „Bewegungssnacks“ die Schlafqualität beeinflussen können – ohne dabei das Einschlafen zu stören.

Ergebnisse, die selbst Fachleute überraschen

Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Die Testpersonen schliefen im Durchschnitt 27 Minuten länger, nachdem sie die kurzen Bewegungseinheiten integriert hatten. Es traten keine nennenswerten Schlafunterbrechungen auf – ein Zeichen dafür, dass die Übungen weder nächtliches Erwachen fördern noch den Tiefschlaf behindern. Laut den Forschenden widersprechen diese Ergebnisse den klassischen Empfehlungen, abends jede Form körperlicher Aktivität zu vermeiden.

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© Scott Webb – Pexels

Fachleute wie María José Martínez von der Spanischen Gesellschaft für Schlafmedizin betonen, dass nur intensives Training problematisch sei – vor allem, wenn es die Körpertemperatur zu stark ansteigen lässt oder das Abendessen verzögert. In diesem Fall jedoch scheint die moderate Bewegung sogar positive Effekte zu haben.

So lassen sich Bewegung und Abendessen schlaffreundlich kombinieren

Der Schlüssel liegt im richtigen Timing. Traditionelle Empfehlungen raten zu einem Abendessen gegen 21 Uhr und einer Schlafenszeit um 23 Uhr – möglichst ohne körperliche Anstrengung nach 20 Uhr. Doch die neuen Erkenntnisse eröffnen neue Spielräume: Kurze Routinen nach dem Essen, etwa Spaziergänge oder sanftes Dehnen, könnten durchaus förderlich sein.

Wer seine Zeiten leicht anpasst oder zwischen 21 und 22 Uhr noch moderate Bewegung einbaut, ohne das Abendessen zu spät anzusetzen, kann den Stoffwechsel anregen und die Schlafqualität verbessern. Alles deutet darauf hin, dass gezielte Bewegung am Abend ein unerwarteter Verbündeter für erholsame Nächte sein könnte.

Quelle: Meteored.

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