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Beängstigende Entdeckung: Ein geheimnisvolles Schiffwrack, das vor über 132 Jahren in einem Grenzsee verloren ging

Ein Team von Forschern hat einen historischen Fund in tiefen Gewässern gemacht. Es handelt sich um die Überreste eines Schiffs, das nach einer Tragödie im 19. Jahrhundert verschwunden ist. Seine Geschichte ist geprägt von Innovation, Tragödie und einem einzigen Überlebenden, der Zeugnis von der Katastrophe ablegte.
Von Lucas Handley Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Die Überreste des Western Reserve

Die Überreste des Frachters Western Reserve, der vor 132 Jahren sank, wurden in einer Tiefe von 182 Metern im Lake Superior lokalisiert, einem riesigen Gewässer, das die USA und Kanada trennt. Der Fund wurde etwa 96 Kilometer von Whitefish Point entfernt gemacht, einer Landzunge im Bundesstaat Michigan.

Am 2. September 1892 berichtete die New York Times über die Tragödie: „Der schreckliche Wind aus Nordwesten nahm gefangen eines der besten Stahldampfer, die diese kontinentalen Gewässer befahren, und der beschädigte Rumpf des prächtigen Western Reserve liegt jetzt auf dem Grund des Lake Superior.“

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Die Suche nach dem Schiffswrack

Im Juli 2024 gelang es der Great Lakes Shipwreck Historical Society (GLSHS), das Schiff mithilfe von Sonartechnologie zu lokalisieren, die es ermöglicht, unter Wasser liegende Strukturen durch Schallwellen zu erkennen. Der Fund wurde Monate später durch den Einsatz eines Remotescanners bestätigt, der offenbarte, dass das Schiff, das wegen seiner Geschwindigkeit und technologischen Innovation in der damaligen Zeit „der Greyhound der Binnengewässer“ genannt wurde, auf dem Grund des Sees lag.

Das Schiff sank, nachdem es in einem heftigen Sturm gefangen wurde, während es ohne Ladung segelte. An Bord befanden sich der Eigentümer, seine Familie und die Besatzung. Die gewalttätigen Wellen und der starke Wind führten dazu, dass das Schiff in zwei Teile zerbrach und schnell sank.

Bruce Lynn, Geschäftsführer der GLSHS, betonte das Ausmaß der Tragödie: „Jedes Wrack hat seine eigene Geschichte, aber einige sind viel tragischer.“

Die Geschichte des Western Reserve

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Das Great Lakes Shipwreck Museum teilte auf seiner Website Details über die Geschichte dieses Schiffs mit und hob seine Bedeutung für die Navigation auf den Großen Seen hervor. Der Western Reserve, der vollständig aus Stahl gebaut wurde, stellte eine Revolution im Frachttransport seiner Zeit dar und galt als eines der sichersten Schiffe seiner Ära.

Sein Eigentümer war der wohlhabende Kapitän Peter G. Minch, ein hoch respektierter Schiffsmagnat. Das Schiff segelte bei gutem Wetter bis zum Whitefish Bay, wo der schlechte Wetter die Besatzung zwang, zu stoppen und zu ankern. Allerdings wurde die Gegend in der Nacht des 30. August 1892 von einem unerwarteten Sturm heimgesucht. In nur zehn Minuten sank das Schiff vollständig und ließ die Besatzung und Passagiere in Rettungsbooten mitten im Sturm zurück.

In der Nacht passierte ein anderes Dampfschiff in der Nähe, bemerkte jedoch die Schiffbrüchigen nicht. Ohne Leuchtsignale oder Mittel, um Aufmerksamkeit zu erregen, waren diese den kalten Gewässern des Sees ausgeliefert.

Der einzige Überlebende und sein Zeugnis

Die New York Times beschrieb die Tragödie mit wenig Gewissheit über das Geschehen und stellte fest, dass der junge Harry Stewart der einzige Überlebende sein könnte. Die Zeit bestätigte, dass er in der Tat überlebt hatte.

Stewart, 24 Jahre alt, war Teil der Besatzung und musste ein echtes Martyrium durchleben, um zu berichten, was passiert war. Unter den Passagieren des Western Reserve waren Kapitän Minch, seine Frau, seine beiden Kinder, seine Schwiegertochter und seine Nichte. Niemand überlebte.

In der Nacht des 30. August zerbrach das Schiff in zwei Teile. Zwei Rettungsboote wurden ins Wasser gelassen, aber das erste kenterte fast sofort. Das zweite konnte mit zwei Personen an Bord schwimmen.

Gegen 7 Uhr morgens kippte das Boot, in dem Stewart sich befand, weniger als zwei Kilometer von der Küste entfernt. Alle seine Mitreisenden ertranken, außer ihm, der zwei Stunden lang kämpfte, um ans Ufer zu gelangen.

Nachdem er erschöpft die Küste erreicht hatte, lief er 19 Kilometer bis zu der Rettungsstation in Deer Park auf der Upper Peninsula von Michigan. Stewart erholte sich und, trotz der erlittenen Traumata, kehrte er zurück, um auf den Großen Seen zu arbeiten. Im Laufe der Zeit wurde er Kapitän und starb 1938 im Alter von 70 Jahren.

Die Bedeutung des Founds

Die Entdeckung des Western Reserve löst nicht nur ein historisches Rätsel, sondern wirft auch Licht auf den Mut derer, die sich in den kalten Gewässern des Lake Superior der Katastrophe stellten.

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