Cory Kerewaro, Besitzer von Reptile Relocation Sydney, berichtete auf seiner Facebook-Seite über den schaurigen Fund. David Stein, der Hausbesitzer in West-Sydney, rief Kerewaros Team zur Hilfe, nachdem er zunächst nur sechs Schlangen gesehen hatte, die sich in einem großen Haufen Mulch bewegten. Doch die Zahl der Tiere wurde massiv unterschätzt. Glücklicherweise konnten alle Reptilien sicher eingefangen und umgesiedelt werden.
Ungewöhnlich viele Schlangen zur selben Zeit
Rotbäuchige Schwarzottern sind in Australien weit verbreitet, vor allem entlang der Ostküste. Zwar begegnet man diesen Tieren gelegentlich, aber eine derartige Ansammlung ist extrem selten.
Wie sich herausstellte, hatte Stein genau in dem Moment die Reptilienexperten gerufen, als die Schlangen kurz vor der Geburt ihres Nachwuchses standen. Diese Art ist ovovivipar, was bedeutet, dass die Jungtiere in Eiern innerhalb des Mutterleibs heranwachsen und erst bei der Geburt schüpfen. Als Schlangenfänger Dylan Cooper am Einsatzort eintraf, explodierte die Zahl der Tiere buchstäblich vor seinen Augen.
Zusammen mit Stein und dessen Sohn fing Cooper zunächst 40 Schlangen ein. Doch während sie die Tiere für den Transport vorbereiteten, brachten vier adulte Schlangen plötzlich ihren Nachwuchs zur Welt. Am Ende zählte das Team fünf erwachsene Schlangen und unglaubliche 97 Jungtiere – insgesamt 102 Schlangen! Auf Facebook teilte Kerewaro ein Video, das die riesige Ansammlung der Tiere zeigt.
„Die Menge ist echt schockierend. Wir wissen, dass es hier Rotbäuchige Schwarzottern gibt, ab und zu sieht man eine zum Bach schlängeln, aber so viele auf einmal? Das ist völlig verrückt!“, sagte Stein der britischen Zeitung The Guardian.
Giftig, aber nicht tödlich
Rotbäuchige Schwarzottern sind zwar giftig, gelten jedoch als weniger gefährlich als andere australische Schlangenarten. Ihr Biss ist extrem schmerzhaft und kann Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auslösen. Tödlich ist ihr Gift jedoch nicht. Dennoch sollte man ihnen besser aus dem Weg gehen. Stein selbst musste das am eigenen Leib erfahren: Sein Hund wurde im Dezember von einer Jungschlange gebissen.
Da der Umgang mit einheimischen Schlangen in Australien gesetzlich geregelt ist, wurde das gesamte Schlangennest sicher in eine abgelegene Gegend umgesiedelt. Kerewaro hat zudem bereits Kontakt mit Wissenschaftlern aufgenommen, die an der seltenen Massenansammlung interessiert sind. Dass gleich 102 Exemplare auf einmal entdeckt wurden, stellt nicht nur einen Rekord für Kerewaros Firma dar – möglicherweise ist es sogar eine wissenschaftliche Sensation.
Kerewaro versprach, weitere hochwertige Fotos und Videos der Tiere zu veröffentlichen. „Es ist schon cool, dass wir mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass Menschen Schlangen besser verstehen. Das gibt einem ein gutes Gefühl“, sagte er gegenüber The Guardian.
Noch schlimmer geht immer
So schockierend dieser Fund auch war – es gibt noch gruseligere Schlangengeschichten. Erst letzten Monat machte eine Frau in Texas Schlagzeilen, nachdem sie in ihrem eigenen Badezimmer von einer Schlange gebissen wurde, die sich in der Toilette versteckt hatte. Da erscheint Steins Begegnung mit den 102 Schlangen fast schon glimpflich!