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Wissenschaft

Astronomen bestätigen vier felsige Exoplaneten in direkter Nachbarschaft zur Erde – nur 6 Lichtjahre entfernt

Neue Studie bringt Licht ins Dunkel unserer mysteriösen kosmischen Nachbarn und stellt einen Rekord in der Exoplaneten-Forschung auf.
Von Margherita Bassi Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Astronomen haben vier Exoplaneten entdeckt, die Barnards Stern umkreisen – ein roter Zwergstern nur sechs Lichtjahre von der Erde entfernt.

Ja, dieses Mal ist es wirklich offiziell! Wir betonen das extra, weil Astronomen seit fast einem Jahrhundert behaupten, Exoplaneten um Barnards Stern entdeckt zu haben – nur um dann festzustellen, dass sie sich geirrt hatten. „Exoplanet“ ist der wissenschaftliche Begriff für Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, aber manche Experten verwenden aus Einfachheitsgründen einfach „Planet“.

Jetzt hat ein internationales Forschungsteam endlich die Existenz von Barnard b bestätigt, eines bereits zuvor vermuteten Exoplaneten um Barnards Stern. Zudem haben sie Beweise für drei weitere Exoplaneten gefunden. Einer davon wurde nun als echter Planet klassifiziert. Laut der am Dienstag in The Astrophysical Journal Letters veröffentlichten Studie bedeutet dies einen neuen Meilenstein in der Suche der Menschheit nach Exoplaneten.

Ein bahnbrechender Fund mit neuer Technologie

„Das ist eine wirklich aufregende Entdeckung – Barnards Stern ist unser kosmischer Nachbar, aber wir wissen erstaunlich wenig über ihn“, sagte Ritvik Basant, Hauptautor der Studie, in einer Mitteilung von NSF NOIRLab. Er und sein Team nutzten ein spezielles Instrument zur Exoplaneten-Suche namens MAROON-X, das am Gemini-Nord-Teleskop montiert ist.

Exoplaneten üben eine gravitative Kraft auf ihren Stern aus, die ihn minimal ins Wanken bringt – MAROON-X kann diese winzigen Schwankungen im Sternenlicht messen. Dadurch lassen sich nicht nur die Existenz von Planeten nachweisen, sondern auch ihre Masse bestimmen.

Drei Jahre lang analysierte das Forschungsteam Barnards Stern mit dieser Technik und identifizierte vier sogenannte „Sub-Erde“-Exoplaneten, also Planeten mit weniger Masse als die Erde. Barnards Stern selbst ist ein roter Zwerg – ein kleiner, kühler Stern, der orange-rötlich erscheint. Alle vier Exoplaneten waren bereits in einer Studie aus dem Jahr 2024 mit unterschiedlicher Zuverlässigkeit entdeckt worden. Die neuen Ergebnisse bestätigen diese früheren Beobachtungen nun.

Zudem konnte das Team einen der zuvor nur vermuteten Planeten mit Sicherheit als echten Exoplaneten klassifizieren. Dies gelang durch die Kombination der MAROON-X-Daten mit früheren Messungen des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile.

„Wir haben zu völlig unterschiedlichen Zeiten und von verschiedenen Standorten aus beobachtet. Sie in Chile, wir auf Hawai’i – unsere Teams haben sich überhaupt nicht abgesprochen“, erklärt Basant, der auch Doktorand an der Universität von Chicago ist. „Das gibt uns eine Menge Sicherheit, dass diese Signale keine Messfehler sind.“

Extreme Bedingungen – aber ein Meilenstein für die Exoplaneten-Suche

Die vier Exoplaneten kreisen extrem nah um Barnards Stern, sodass ihre Jahre nur wenige Tage dauern. Vermutlich bestehen sie aus Gestein, sind aber aufgrund ihrer Nähe zum Stern unbewohnbar. Laut der 2024-Studie hat Barnard b eine Oberflächentemperatur von etwa 125 Grad Celsius – also heiß genug, um Wasser sofort verdampfen zu lassen.

Besonders spannend: Einer dieser Exoplaneten besitzt die geringste jemals mit der „Wobble-Methode“ (wissenschaftlich als Radialgeschwindigkeitsmethode bekannt) gemessene Masse. Diese neue Bestmarke könnte zukünftige Exoplaneten-Suchen noch präziser machen.

Exoplaneten-Forscher konzentrieren sich vor allem auf felsige Planeten in habitablen Zonen – also im idealen Abstand zu ihrem Stern, um flüssiges Wasser zu ermöglichen. Warum? Weil Wasser eine der Schlüsselbedingungen für Leben ist – und vielleicht nicht nur für unseres.

 

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