Wie Bloomberg berichtet, verliert John Giannandrea, Senior Vice President für Machine Learning und KI-Strategie, die Kontrolle über Siri und die restlichen KI-Aktivitäten des Tech-Giganten.
Nach Monaten voller Spott, Memes und enttäuschter Nutzer scheint bei Apple die Alarmstufe Rot erreicht zu sein: Das Projekt „Apple Intelligence“ wirkt eher wie ein Stolperstein als eine smarte Innovation. Insiderberichte und ein geleaktes internes Meeting legen nahe, dass CEO Tim Cook aktuell persönlich nach dem Grund sucht, warum Apple in Sachen Künstliche Intelligenz hinterherhinkt. Jetzt zieht er die Reißleine – mit einer Umbesetzung, die Siri, Apple Intelligence und alles drumherum wieder auf Vordermann bringen soll.
Von Google zu Apple – und nun aufs Abstellgleis?
Giannandrea kam ursprünglich von Alphabet und war dort für einige der fortschrittlichsten KI-Initiativen verantwortlich. Fachlich top, aber offenbar nicht der Richtige, um Apples stagnierendes KI-Team zum Erfolg zu führen. Ob er das Unternehmen komplett verlässt, ist noch unklar – aber seine Rolle ist definitiv geschrumpft.
Sein Nachfolger: Mike Rockwell, der bisher für die Entwicklung des Vision Pro verantwortlich war. Auch wenn dieser nicht zum Mega-Hit wurde, gilt das Gerät als technisches Meisterwerk – besonders wegen der reibungslosen Verzahnung von Hard- und Software. Genau diese Fähigkeit, komplexe Systeme zusammenzubringen, soll Rockwell jetzt auf Siri und Co. übertragen. Er berichtet künftig direkt an Craig Federighi, Apples charismatischen Software-Chef mit der legendären Haarpracht.
Chaos im KI-Team – jetzt wird aufgeräumt
Laut Bloomberg werden auch weitere Teams neu aufgestellt und Mitarbeiter versetzt. Das klingt zwar chaotisch, aber eigentlich hätte dieser Shake-up schon viel früher kommen müssen. Die Kritik an Siri – sowohl intern als auch von außen – war schließlich kein Geheimnis. Selbst Rockwell hat öffentlich zugegeben, dass Apples Sprachassistent nicht wirklich mithalten kann.
Und das ist nicht mal übertrieben: Die aktuellen Features von Apple Intelligence sind bestenfalls Standard, und viele der groß angekündigten Funktionen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Statt Innovation gab’s heiße Luft – und das bei einem Thema, bei dem die Konkurrenz (hallo, ChatGPT!) gerade richtig Gas gibt.
Hoffnungsträger Rockwell: Ist da noch was zu retten?
Jetzt soll also Rockwell das Ruder übernehmen – jemand, der nicht nur technisch brilliert, sondern auch kein Problem damit hat, Missstände offen anzusprechen. Vielleicht genau der frische Wind, den Apples KI-Offensive gebraucht hat. Wenn er es schafft, Siri wirklich tief ins Apple-Ökosystem zu integrieren und dabei auch die bestehenden Schwächen behebt, könnte das Projekt noch die Kurve kriegen.
Aber Apple steht unter Druck. Die Community und die Börse erwarten, dass spätestens zur WWDC 2025 ein großer Wurf präsentiert wird – irgendetwas, das zeigt: „Hey, Siri kann mehr als Timer stellen und das Wetter vorlesen.“
Weniger Hype, mehr Qualität?
Vielleicht muss sich Apple wieder daran erinnern, was das Unternehmen einst so erfolgreich gemacht hat: Produkte, die nicht als Erste am Markt waren, aber als die besten. Der Versuch, auf den KI-Zug aufzuspringen, nur weil alle es tun, hat bisher nicht funktioniert. Wenn Apple also klug ist, fokussiert es sich nicht auf den Hype – sondern auf das, was es am besten kann: etwas liefern, das einfach funktioniert und beeindruckt.
Denn die Welt wartet nicht. Und wenn Siri auch 2025 noch so klingt wie 2015, dann war’s das wohl mit dem „intelligenten“ Assistenten aus Cupertino.