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Tech

Apple Watch mit Durchblick: So will Apple seine Uhr zum smarten KI-Gadget machen

Die Apple Watch soll zur echten KI-Wearable werden – mit Kamera und visueller Intelligenz.
Von AJ Dellinger Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Trotz des eher holprigen Starts von KI-Wearables auf dem Markt und der Tatsache, dass Apple seine User bislang nicht wirklich für hauseigene KI-Features begeistern konnte, hat der Tech-Gigant offenbar neue Pläne.

Laut einem Bericht von Bloomberg arbeitet Apple derzeit an einer neuen Version der Smartwatch, die mit Kameras ausgestattet sein soll. Ziel ist es, die sogenannten „Visual Intelligence“-Funktionen, die bisher nur auf den neuesten iPhones verfügbar sind, auch ans Handgelenk zu bringen.

Kamera am Handgelenk – aber mit Stil

Konkret heißt das: Die Kameralinsen sollen sowohl in die Standard-Modelle (Series) als auch in die High-End-Variante (Ultra) integriert werden. Bei der Series könnte die Kamera direkt im Display verbaut sein, während die Ultra-Modelle wohl eine seitlich angebrachte Linse bekommen. Diese „extra Augen“ würden der Apple Watch ermöglichen, visuelle Informationen zu erfassen – etwa Gegenstände zu erkennen oder Texte aus Fotos direkt zu übersetzen.

Gerade diese Art von KI-Anwendung – also Echtzeit-Übersetzung – gehört zu den Funktionen, die im Alltag wirklich Sinn ergeben. Und im Gegensatz zu experimentellen KI-Gadgets wie dem Humane Ai Pin, die in der Praxis wenig Mehrwert bieten, hat die Apple Watch immerhin eine klare Daseinsberechtigung: Sie ist eine funktionale Smartwatch, die zufällig auch KI kann.

Trojanisches Pferd für KI?

Genau hier könnte der clevere Schachzug von Apple liegen. Indem sie KI als zusätzliches Feature in ein ohnehin beliebtes Produkt integrieren, umgehen sie die typische Skepsis gegenüber neuen, reinen KI-Geräten. Zudem dürfte Apple durch die Kamerafunktion massenhaft neue Daten einsammeln können – ein Vorteil, wenn es um das Trainieren eigener KI-Modelle geht.

Dass es durchaus einen Markt für solche Hybrid-Gadgets gibt, zeigt auch das Beispiel Meta: Gemeinsam mit Ray-Ban hat das Unternehmen smarte Sonnenbrillen auf den Markt gebracht – über eine Million Stück wurden verkauft. Es gibt also durchaus Potenzial für Wearables mit Mehrwert.

Doch Apple tut sich mit KI weiterhin schwer

Trotz allem: Apples bisherige KI-Bemühungen wirken bislang wenig überzeugend. So musste der Konzern den Rollout einer verbesserten Siri verschieben, weil die neue Version einfach nicht zuverlässig funktionierte. Und laut einer Umfrage finden ganze 73 % der iPhone-Nutzer, dass die KI-Features ihres Geräts „wenig bis gar keinen Mehrwert“ bringen.

Auch bei der Weiterentwicklung der Apple Watch selbst gab es zuletzt Rückschläge. Ein angekündigtes Feature zur Blutdruckmessung lässt seit Jahren auf sich warten – offenbar bekommt Apple die Technik einfach nicht zuverlässig hin. Gleichzeitig scheint das Unternehmen nun auch Pläne zu verwerfen, eine günstigere Apple Watch SE mit Kunststoffgehäuse auf den Markt zu bringen. Die Idee: eine Budget-Version für mehr Marktanteil. Die Realität: vermutlich doch zu viele Kompromisse.

Fluch oder Segen?

Ob die Kamera in der Apple Watch nun die Lösung für all diese Baustellen ist oder nur noch mehr Komplexität in ein Gerät bringt, das eigentlich vor allem zuverlässig die Uhrzeit anzeigen soll – das bleibt abzuwarten. Fest steht aber: Apple lässt beim Thema KI nicht locker und sucht weiter nach Wegen, um im Rennen um smarte Gadgets nicht den Anschluss zu verlieren.

Und wer weiß – vielleicht wird die Apple Watch mit Kamera und visueller Intelligenz ja doch der Gamechanger, den Apple sich so sehr wünscht. Oder eben nur ein weiteres Gimmick, das keiner wirklich braucht.

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