Letzte Woche, typisch für einen unangenehmen Freitagabend-PR-Move, musste Apple ein ziemlich peinliches Geständnis machen: Die mit großem Tamtam angekündigten KI-Features für Siri werden sich verzögern. Doch nicht nur der Aktienkurs bekam einen Dämpfer – auch intern hat das Chaos Spuren hinterlassen. Laut einem neuen Bericht von Bloomberg ist die Stimmung im Siri-Team im Keller.
Apple-Insider berichten, dass Robby Walker, Senior Director der Siri-Abteilung, ein Team-Meeting einberufen hat, um die Situation anzusprechen. Und er war ehrlich: Die Lage ist alles andere als rosig. Er bestätigte, dass viele im Team wohl wütend, frustriert oder sogar beschämt seien. „Vielleicht fragen euch Kollegen, Freunde oder Familie, was da los ist – und es fühlt sich nicht gut an“, soll er laut Bloomberg gesagt haben.
Apples Marketing hat das Team hängen lassen
Besonders bitter: Apple selbst hat die Siri-Entwickler scheinbar ins offene Messer laufen lassen. Schon letztes Jahr wurde mit großen Versprechungen Werbung für die neuen KI-gestützten Siri-Features gemacht. Die sollten spätestens im Juni 2025 an den Start gehen. Das war ein zentrales Verkaufsargument für die neue iPhone-Generation, die sonst wenig bahnbrechende Neuerungen mitbrachte. Jetzt heißt es: Fehlanzeige.
Noch schlimmer: Es gibt nicht einmal einen neuen konkreten Termin. Laut Walker wäre es zwar schön, wenn die neuen KI-Features zusammen mit iOS 19 im Sommer erscheinen, aber das bedeute noch lange nicht, dass es auch wirklich passiert. Aktuell, so berichtet Bloomberg, funktionieren die neuen Siri-Features nur in 66 bis 80 Prozent der Fälle wie geplant. Das klingt wenig – und wer Siri schon mal benutzt hat, weiß, dass das wohl kaum eine Verbesserung ist.
Nutzer sind (noch) nicht überzeugt
Verpasste Deadlines sind unangenehm, aber vielleicht hilft dem Siri-Team ein Blick auf die Nutzermeinungen: Eine Umfrage des Fachmagazins SellCell aus dem Dezember 2024 ergab, dass 73 % der iPhone-Besitzer Apples neue KI-Features als wenig bis gar nicht nützlich empfanden. Das lässt vermuten, dass viele Apple-User den versprochenen Siri-Boost gar nicht so sehr vermissen.
Sprachassistenten und KI: Warum dauert das so lange?
Dabei klingt es eigentlich nach einer logischen Verbindung: Sprachassistenten wie Siri und Künstliche Intelligenz – das sollte doch zusammengehören. Umso erstaunlicher, dass es so lange dauert, bis Unternehmen diese Technologie ernsthaft integrieren. Und Apple ist nicht allein mit dem Problem: Erst letzten Monat hat Amazon offiziell angekündigt, dass Alexa KI-Features bekommt. Doch auch hier geschieht die Einführung nur langsam und auf wenige Geräte beschränkt.
Trotz all des Hypes um KI scheint es also nicht so einfach zu sein, Verbraucher dazu zu bringen, sie tatsächlich zu nutzen. Die Entwicklung zeigt: Nur weil eine Technologie theoretisch faszinierend ist, bedeutet das nicht automatisch, dass sie sich problemlos in den Alltag integrieren lässt.