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Tech

Apple stellt das Augmented-Reality-Brillen-Projekt ein

Apple fehlt die Vision, wohin es nach dem Flop der Vision Pro gehen soll.
Von AJ Dellinger Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Apple scheint die Zukunft nicht mehr durch die Linse der Augmented Reality zu sehen. Laut einem Bericht von Mark Gurman von Bloomberg hat das Unternehmen das Projekt zur Entwicklung von AR-Brillen, die mit Metas Ray-Ban-Smartglasses konkurrieren sollten, aufgegeben. Damit könnte Apple hinter seinen Rivalen zurückfallen, nachdem das Apple Vision Pro Headset sich als kommerzieller Misserfolg erwiesen hat.

Das Brillenprojekt mit dem Codenamen N107 wurde nie offiziell bekannt gegeben. Laut Bloomberg plante Apple, eine Technologie zu entwickeln, die wie normale Brillen aussieht, aber Augmented-Reality-Funktionen bietet, die nur für den Träger sichtbar sind. Eine erste Version sollte mit einem iPhone verbunden werden, doch die hohen Anforderungen an die Rechenleistung belasteten das Smartphone und ließen den Akku zu schnell entladen. Apple wechselte daraufhin zu einer Mac-Kopplung, aber auch dort blieben die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück. Berichten zufolge gab das Unternehmen das Projekt frühzeitig in dieser Woche endgültig auf.

Apples Rückzug aus der AR-Brillen-Entwicklung

Mit der Einstellung der AR-Brillen gibt Apple indirekt zu, dass es nicht gelingt, im VR/AR-Bereich Fuß zu fassen. Das 2023 eingeführte Apple Vision Pro ist technisch beeindruckend, aber kaum praktisch einsetzbar und mit einem Preis von 3.499 US-Dollar für viele unerschwinglich. Während des Jahres 2024 musste Apple seine Verkaufsprognosen immer weiter nach unten korrigieren und landete schließlich bei geschätzten 500.000 verkauften Einheiten – ohne Anzeichen dafür, dass sich der Trend bald umkehren könnte.

Meta scheint hingegen das Erfolgsgeheimnis für AR-Brillen geknackt zu haben – zumindest was die Verkaufszahlen betrifft. Die gemeinsam mit Ray-Ban entwickelten Smart Glasses verkauften sich laut The Verge allein im Jahr 2024 über eine Million Mal. Der deutlich niedrigere Einstiegspreis von 300 US-Dollar dürfte dabei helfen. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass Meta den Preis subventioniert, um die Verkaufszahlen zu steigern. Die Reality Labs-Sparte von Meta, die für AR/VR verantwortlich ist, machte im vierten Quartal 2024 einen Verlust von 5 Milliarden US-Dollar, während die Einnahmen in diesem Zeitraum lediglich 1,1 Milliarden US-Dollar betrugen.

Meta setzt dennoch voll auf Wearables. CEO Mark Zuckerberg sprach davon, dass das Unternehmen in Zukunft „Milliarden von AI-Brillen“ verkaufen könnte. Ob es jemals so weit kommt, bleibt abzuwarten, doch Meta verfolgt ehrgeizige Pläne: Berichten zufolge arbeitet das Unternehmen an einer Oakley-Style-AR-Brille für Sportler und an einem Nachfolger der Ray-Ban-Brille mit dem Namen Hypernova, die ein Head-up-Display bieten soll.

Apple hingegen scheint wieder bei null anzufangen. Laut Bloomberg arbeitet das Unternehmen an Nachfolgemodellen des Vision Pro sowie an einer AirPods-Version mit integrierten Kameras. Doch das klingt weniger nach einer klaren Vision als vielmehr nach blindem Ausprobieren, was am Ende erfolgreich sein könnte.

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