Die neueste Version von visionOS 2.4 bringt einige spannende Neuerungen für Apples 3.500-Dollar-Headset, die Vision Pro. Neben der Möglichkeit, KI-generierte Emojis („Genmojis“) zu erstellen, gibt es jetzt eine viel praktischere Funktion: Nutzer können das, was ihr Freund oder ihre Freundin im Headset sieht, auf ihr eigenes Gerät streamen.
KI-Features jetzt auch auf der Vision Pro
Apple hat offiziell angekündigt, dass die ersten Apple Intelligence-Funktionen für die Vision Pro eingeführt werden. Wer in den letzten Monaten ein MacBook oder iPhone benutzt hat, dürfte mit einigen dieser Funktionen bereits vertraut sein. Doch das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die KI-unterstützte Siri bald auch auf der Vision Pro verfügbar sein könnte.
Mit visionOS 2.4, das sich aktuell in der Beta-Phase befindet, kommen einige neue KI-Tools, die ähnlich wie auf dem Mac oder iPhone funktionieren. Nutzer können direkt in Vision Pro auf die ChatGPT-Funktionen zugreifen, Texte generieren oder Korrekturen vornehmen lassen. Ob es allerdings wirklich praktisch ist, eine E-Mail mit einer VR-Brille zu schreiben, sei mal dahingestellt.
Die Genmoji-Funktion kommt ebenfalls auf die Vision Pro und erlaubt es, eigene KI-generierte Emojis in der Nachrichten-App zu nutzen. Außerdem gibt es mit Image Playground ein Tool, um cartoonartige Versionen von Freunden oder Haustieren zu erstellen – auch wenn manche dieser Kreationen leicht ins Unheimliche abdriften. Die Fotos-App bekommt mit „Create a Memory“ eine neue Funktion, bei der Nutzer per Sprachbefehl oder virtueller Tastatur eine Diashow aus ihren Bildern und Videos generieren lassen können. Beispielsweise kann man mit dem Befehl „Tag im Skatepark“ eine automatisch erstellte Zusammenstellung von Clips und Fotos mit einfachen Übergängen erhalten.
Verbesserte Integration ins Apple-Universum

© GIF: Apple
Obwohl visionOS 2.4 kein riesiges Update wie der Sprung auf visionOS 2 darstellt, versucht Apple, die Vision Pro stärker in sein Ökosystem einzubinden. Dazu gehört eine neue Vision Pro-App für iOS. Nutzer können damit aus der Ferne Aktionen auf ihrem Headset ausführen, etwa eine Watchlist erstellen oder Apps herunterladen. Zusätzlich zeigt die App die Seriennummer des Headsets an, falls sie benötigt wird. Wer eine Vision Pro mit seiner Apple-ID verknüpft hat, wird die neue App automatisch nach dem Update auf iOS 18.4 auf dem iPhone finden.
Außerdem gibt es eine neue App namens „Spatial Gallery“, die alle räumlichen Fotos und Videos des Nutzers sammelt. Diese Medien stammen entweder direkt von der Vision Pro oder von Geräten, die dieses Format unterstützen, wie das iPhone 15 Pro und die kommenden iPhone 16-Modelle.
Doch die wohl spannendste neue Funktion betrifft die Nutzung durch Gäste. Bisher musste sich der Besitzer der Vision Pro zuerst anmelden, bevor jemand anderes das Headset ausprobieren konnte. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Stattdessen kann der Besitzer die Nutzung für Gäste über das iPhone oder iPad freigeben. Zudem lässt sich festlegen, welche Apps der Gast nutzen darf. Besonders praktisch: Der Besitzer kann das Erlebnis über AirPlay auf sein iPhone oder iPad streamen und mitverfolgen, was der Gast gerade im Headset sieht. Das erinnert an das Apple Store-Demo-Erlebnis, nur mit etwas weniger Kontrolle.
KI und die Zukunft der Vision Pro
Dass KI irgendwann den Weg auf die Vision Pro finden würde, war absehbar – nur hat es länger gedauert als erwartet. Die Vision Pro läuft mit Apples M2-Chip, und Apple hat bereits bestätigt, dass jedes Mac-Modell mit M-Chip für Apple Intelligence geeignet ist.
Trotz all der neuen Features wird sich das grundlegende Nutzungserlebnis für Vision Pro-Besitzer nicht drastisch verändern. Das Headset bleibt vor allem ein Tool für riesige virtuelle Mac-Bildschirme oder zum passiven Medienkonsum mit den 4K-OLED-Displays.
Vielleicht wird die angekündigte „Super-Siri“, die in den kommenden Monaten erwartet wird, neue Möglichkeiten eröffnen. Mit geplanten „Visual Intelligence“-Features könnte Siri bald Fragen zu dem beantworten, was die externen Kameras sehen. Falls Entwickler diese Features in ihre Apps integrieren, könnte sich das Nutzungsspektrum der Vision Pro deutlich erweitern. Aber ehrlich gesagt: Das, worauf viele Nutzer am meisten warten, ist eine einfache Möglichkeit, den iPhone-Bildschirm auf die Vision Pro zu spiegeln – genau so, wie es mit macOS Sequoia funktioniert.