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Alarm in Südamerika: 60 Erdbeben innerhalb von nur 5 Stunden im aktiven Vulkan Lanín registriert

Ein ungewöhnliches Phänomen hat die Alarmglocken in der wissenschaftlichen Gemeinschaft läuten lassen: Der Vulkan Lanín, der als aktiv gilt, jedoch nur geringe seismische Aktivitäten aufweist, verzeichnete in nur fünf Stunden mehr als 60 Erschütterungen. Ist das ein Zeichen für etwas Größeres? Experten erklären, was vor sich geht und ob Besorgnis angebracht ist.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Ungewohnte seismische Aktivität

In den letzten Tagen haben die Sensoren des Argentinischen Observatoriums für Vulkanüberwachung (OAVV) eine außergewöhnliche seismische Aktivität im Vulkan Lanín festgestellt, der sich an der Grenze zwischen Argentinien und Chile befindet. Innerhalb von nur fünf Stunden wurden 60 seismische Bewegungen registriert, ein seltenes Ereignis für dieses 3.747 Meter hohe Koloss.

Was bedeutet dieses seismische Schwarmphänomen?

Die Vorgänge, die als seismischer Schwarm klassifiziert werden, treten auf, wenn mehrere Erdbeben in kurzer Zeit ohne ein vorhergehendes Hauptbeben auftreten. Während andere südamerikanische Vulkane, wie die der Laguna del Maule, regelmäßig ähnliche Episoden haben, ist dies im Lanín nicht gewohnt, was bei Experten und der lokalen Bevölkerung Besorgnis ausgelöst hat.

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Der Direktor des OAVV, Sebastián García, stellte klar: „Das ist nicht normal.“ Er erklärte, dass der Lanín zwar ein aktiver Vulkan ist, seine seismische Aktivität jedoch normalerweise niedrig ist. Daher weckte der plötzliche Anstieg der inneren Bewegungen das Interesse der Spezialisten.

Dank eines Netzwerks von neun Überwachungsstationen, die zwischen Argentinien und Chile verteilt sind, konnten die Wissenschaftler die Lage der Erdbeben präzise feststellen, etwa in 10 Kilometern Tiefe. Trotz der Ungewöhnlichkeit des Ereignisses betonte García, dass diese Erschütterungen von geringer Magnitude waren, weshalb niemand in der Nähe des Vulkans sie spürte.

Ist eine Eruption in der Zukunft möglich?

Auf die unvermeidliche Frage, ob dies ein unmittelbares Risiko darstellt, versicherte García, dass es im Moment keine Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch gibt. Er betonte jedoch, dass diese Erdbeben bestätigen, was viele nicht wissen: Der Lanín ist aktiv und gehört zu den Vulkanen mit dem höchsten Risiko in Argentinien.

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Dieses ist nicht das erste Mal, dass ein seismischer Schwarm im Lanín registriert wird. Im Jahr 2017 wurde ein ähnliches Ereignis aufgezeichnet, aber damals war die Überwachung begrenzter, mit nur zwei Messstationen. Seitdem hat sich das Überwachungsnetz erweitert und verbessert, was eine viel genauere Analyse der vulkanischen Aktivität ermöglicht.

Trotz der Unsicherheit bestehen die Experten darauf, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Diese Art von Aktivität könnte auf interne Anpassungen in der Struktur des Vulkans zurückzuführen sein, ohne dass dies einen bevorstehenden Ausbruch bedeutet. Dennoch bleibt die Überwachung aktiv, um bedeutende Veränderungen in seinem Verhalten zu erkennen.

Der Lanín, ein stiller, leidenschaftlicher Riese

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Der Lanín, ein imposantes Naturdenkmal in der Patagonien, erinnert weiterhin daran, dass, obwohl er über Jahrhunderte hinweg still geblieben ist, seine Aktivität latent bleibt. Wird es nur eine vorübergehende Warnung oder ein Zeichen für etwas Größeres in der Zukunft sein? Die Wissenschaftler werden ihn weiterhin genau beobachten.

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