Die Expedition CSIC-Unespa führte zwischen Januar und Februar eine Untersuchung durch und erstellte damit den bisher umfassendsten Bericht über die Vogelgrippe in der Antarktis. Die Forscher identifizierten 188 positive Fälle in verschiedenen Arten, was die rasche Verbreitung des Virus in einem Gebiet belegt, das bisher als wenig betroffen von solchen Krankheiten galt.
Die Studie wurde auf der Antarktischen Halbinsel, den Südlichen Shetlandinseln und im Weddell-Meer durchgeführt. Während der Expedition untersuchte das Team über 1.300 Tiere und entnahm mehr als 3.000 Proben, von denen 745 mittels PCR-Tests auf das Virus untersucht wurden.
Die betroffenen Arten und das Ausmaß des Ausbruchs

Das Virus wurde in neun Vogelarten nachgewiesen, darunter Adeliepinguine, Zügelpinguine und Eselspinguine, sowie in antarktischen Kormoranen, Möwen und Raubmöwen (Skuas). Zudem wurde es bei vier Meeressäugetierarten festgestellt: dem Antarktischen Seebären sowie den Krabbenfresser-, Weddell- und Leopardenrobben.
Der Leiter der Studie, Professor Antonio Alcamí, Mitglied des Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC), unterstrich die Bedeutung der Entdeckungen:
„Die Ergebnisse, die wir erzielt haben, sind von einer völlig neuen Größenordnung im Vergleich zu den bisherigen Daten. Sie sind äußerst signifikant und zeigen die weite Verbreitung des Virus.“
Eine innovative Methode zur Virusdetektion ohne direkten Tierkontakt
Einer der innovativsten Aspekte der Forschung war die Identifizierung des Virus in lebenden Tieren, ohne sie direkt zu berühren. Die Wissenschaftler konnten die Präsenz des Erregers durch eine einfache Luftprobenanalyse nachweisen – eine Methode, die den Stress und die Risiken im Zusammenhang mit der Handhabung von Wildtieren vermeidet.
Experten vermuten, dass Zugvögel das Virus aus anderen Regionen in die Antarktis eingeschleppt haben könnten. Die Vogelgrippe hat weltweit bereits verheerende Auswirkungen auf Wildvögel und Meeressäuger gehabt. Doch ihr Auftreten in einem so isolierten und extremen Ökosystem wirft neue Fragen zur Übertragung und den langfristigen Folgen auf.
Folgen und Bedrohungen für die Biodiversität
Die Verbreitung des Virus in der Antarktis könnte schwere Folgen für die lokale Tierwelt haben – insbesondere für Pinguin- und Robbenpopulationen, die einem erheblichen Rückgang ausgesetzt sein könnten, wenn sich das Virus weiter ausbreitet.
Forscher warnen davor, dass dieser Ausbruch genau überwacht werden muss, da eine weitere Verbreitung des Virus das ökologische Gleichgewicht der Region stören und Arten gefährden könnte, die bereits durch den Klimawandel und den Verlust ihres Lebensraums bedroht sind.
Die Entdeckung dieses Vogelgrippeausbruchs in der Antarktis macht deutlich, wie wichtig eine strengere Überwachung von Krankheiten in den entlegensten Ökosystemen der Erde ist. Kontinuierliches Monitoring und die Entwicklung von Strategien zur Eindämmung des Virus werden entscheidend sein, um irreversible Schäden an der Biodiversität des „Weißen Kontinents“ zu verhindern.
[Quelle: Filo News]