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AirTags in den Schuhen von Kindern: Coole Idee oder fragwürdiger Trend?

Immer mehr Eltern stecken AirTags in die Schuhe ihrer Kinder, um sie jederzeit lokalisieren zu können. Doch Apple hat eine klare Haltung dazu: AirTags sind nicht für die Überwachung von Personen gedacht. Und selbst wenn die Idee auf den ersten Blick praktisch erscheint, gibt es gravierende Einschränkungen, die sie weniger effektiv machen, als viele glauben.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

AirTags in Kinderschuhen: Eine Lösung mit versteckten Problemen

Apple AirTags haben sich als einfache Möglichkeit etabliert, Gegenstände wie Schlüssel oder Rucksäcke wiederzufinden. Doch in den letzten Monaten sind viele Eltern auf die Idee gekommen, sie für etwas anderes zu nutzen: die ständige Ortung ihrer Kinder. Auf Plattformen wie TikTok und Reddit kursieren Videos, in denen gezeigt wird, wie AirTags in Schuhen oder speziellen Einlegesohlen versteckt werden, um eine angeblich „reale Live-Ortung“ zu ermöglichen.

Klingt erstmal logisch: Die Tracker sind klein, unauffällig und erfordern keine aktive Nutzung durch das Kind. Doch genau hier liegt das Problem: AirTags sind keine GPS-Tracker – und das macht sie für die Ortung von Menschen ziemlich unzuverlässig.

Wie funktioniert ein AirTag überhaupt?

Im Gegensatz zu klassischen GPS-Trackern senden AirTags kein eigenes Signal aus, das jederzeit abrufbar ist. Stattdessen nutzen sie das Apple „Find My“-Netzwerk: Immer wenn sich ein AirTag in der Nähe eines iPhones, iPads oder Macs befindet, kann es dieses Gerät als eine Art „Signal-Boje“ verwenden und seine Position an Apple-Server senden.

Das bedeutet: Befindet sich das Kind in einer Gegend mit vielen Apple-Geräten – etwa in einer vollen Shopping-Mall oder an einem belebten Bahnhof – kann das AirTag relativ genau geortet werden. Ist das Kind jedoch in einem Park oder auf einem abgelegenen Spielplatz ohne Apple-Geräte in der Nähe, wird die Position nicht aktualisiert. Es kann Minuten oder sogar Stunden dauern, bis eine neue Standortinfo verfügbar ist. Damit ist der AirTag alles andere als ein verlassenssicheres Echtzeit-Tracking-Tool.

Apple’s offizielle Haltung: AirTags sind nicht für Personen gedacht

© Czapp Árpád

Seit der Einführung der AirTags im Jahr 2021 betont Apple immer wieder, dass diese nur für das Tracking von Gegenständen gedacht sind – nicht für Menschen oder Haustiere. Apple empfiehlt für die Ortung von Kindern eine andere Lösung: eine Apple Watch mit GPS-Funktion. Diese kann im Gegensatz zum AirTag in Echtzeit geortet werden, unabhängig davon, ob sich andere Apple-Geräte in der Umgebung befinden. Zudem gibt es spezielle Kindermodi mit elterlicher Kontrolle, die eine sichere Nutzung gewährleisten.

Ist ein AirTag zur Kinderortung wirklich sinnvoll?

In belebten Gegenden kann ein AirTag Eltern kurzfristig beruhigen, falls sich ihr Kind kurzzeitig aus den Augen verliert. Doch für eine durchgehende und verlässliche Ortung reicht es nicht aus. Wer eine echte Sicherheitslösung sucht, sollte eher auf GPS-Tracker oder spezielle Smartwatches für Kinder setzen.

AirTags funktionieren nur gut in dicht besiedelten Gegenden mit vielen Apple-Geräten – doch darauf zu vertrauen, kann schnell zu einer trügerischen Sicherheit führen. Eltern, die ihre Kinder wirklich im Blick behalten wollen, sollten daher besser auf Technologien setzen, die dafür entwickelt wurden.

 

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